Basketball

Alba kämpft um noch mehr Fans

Mehr als 10 000 Zuschauer wird Alba Berlin morgen (17 Uhr) beim ersten Play-off-Viertelfinale gegen die Paderborn Baskets in der O2 World begrüßen - so viele Tickets gingen bis gestern schon im Vorverkauf weg.

- Darüber herrscht Zufriedenheit beim deutschen Basketball-Meister, wie insgesamt über die Resonanz im ersten Jahr nach dem Umzug von der Schmeling-Halle in die neue Arena am Ostbahnhof. "Vor der Saison haben wir mit deutlich weniger Zuschauern gerechnet", freut sich der Vorstandsvorsitzende Axel Schweitzer.

Ziel war in der Bundesliga eine Steigerung von bisher rund 7000 auf 8000 Zuschauer, daraus wurden stattdessen schon vor dem Play-off, der entscheidenden Saisonphase, 9360 Fans pro Spiel. Im deutschen Basketball hat es noch nichts Vergleichbares gegeben. Betrachtet man die nationalen Ligaspiele, liegt europaweit einzig der spanische Klub Cai Saragossa (10 264) in der Quote vor den Berlinern. In der Europaliga begrüßte Alba (11 264) im Durchschnitt die meisten Fans nach Champion Panathinaikos Athen (11 770), der die Berliner zudem erst durch zwei ausverkaufte Spiele im Viertelfinale von Platz eins verdrängte. Da war der Deutsche Meister schon ausgeschieden.

Aber der Mensch neigt eben nicht nur zu positiven Vergleichen, deshalb gab es auch schon kritische Stimmen. Alba-Geschäftsführer Marco Baldi fragt sich zwar: "Wir schlagen alle Rekorde - was ist daran so fürchterlich?" Trotzdem fällt auf, dass Eishockey-Meister EHC Eisbären in der O2 World in der parallel verlaufenden Saison auf die noch beeindruckendere Zahl von durchschnittlich 13 746 Fans kam. Auch Handball-Bundesligist Füchse Berlin meldete bei seinen drei Ausflügen in die neue Arena gegen den SC Magdeburg, TBV Lemgo und THW Kiel jeweils "ausverkauft". Das Boulevardblatt "B.Z." sorgte sich kürzlich nach einigen Wochentag-Spielen, bei denen deutlich weniger als 10 000 Zuschauer zu Alba kamen und bei zugezogenen Vorhängen im Oberrang nicht wirklich große Stimmung aufkam: "Hilfe, die Fans bleiben weg!"

Baldi gibt zu: "Wir hatten manche Spiele unter der Woche, die waren nicht so toll. Natürlich gibt es noch viel zu tun." Die Vergleiche allerdings hinken, meint er. "Für die Eisbären war seit zwei, drei Jahren klar, dass sie umziehen. Bei uns fiel die Entscheidung im Juli, wir hatten zwei Monate." Für Alba sei der Umzug außerdem nicht so zwingend gewesen, "die Schmeling-Halle ist auch schon eine moderne Arena. Wir kamen ja nicht aus einer Wellblechhütte". Dennoch habe eine Untersuchung des Vereins ergeben, dass 70 Prozent der Befragten den Umzug von der Halle in Prenzlauer Berg in die Riesenarena in Friedrichshain "absolut begrüßt" hätten. Alba habe wie in der Vorsaison an die 3000 Dauerkarten verkauft.

Schweitzer kündigt mutig an: "Jetzt werden wir unsere Bemühungen Stück für Stück ausbauen, um mittelfristig auch noch den Rest der O2 World zu füllen." 14 800 Menschen bietet die Halle beim Basketball Platz, zweimal in dieser Saison (gegen die Artland Dragons bei der Bundesliga-Premiere und gegen Olimpija Ljubljana in der Europaliga) war sie voll.

Baldi will so weit nicht gehen. Aber von einer weiteren Steigerung der Zuschauerzahlen geht auch er aus. "Diesmal haben wir schließlich mehr oder weniger aus der Hüfte geschossen. Letztlich haben wir trotzdem 2000 bis 3000 neue Menschen für Basketball gewonnen." Das sei alles andere als fürchterlich, findet er. Für den Anfang.