Bedingungen

Hertha muss um Lizenz für Liga zwei bangen

Der sportliche Absturz von Hertha BSC, der mutmaßlich in der Zweite Liga enden wird, bringt auch Probleme für die kommende Saison. So hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Hertha erstmals seit Jahren für die Lizenz 2010/11 Bedingungen gestellt. Die sind, im Unterschied zu Auflagen, die für das jeweils kommende Spieljahr gelten, in einer bestimmten Frist zu erfüllen. Ansonsten erteilt die DFL keine Lizenz. Deutlicher: Hertha muss um die Lizenz bangen.

Ingo Schiller, der für Finanzen zuständige Geschäftsführer bei Hertha BSC, sagte, dass die Bedingungen "bis zum 2. Juni zu erfüllen sind." Selbst auf mehrmalige Nachfrage wollte er nicht verraten, wie die Bedingungen lauten. Klar ist nur: Sie gelten sowohl für die Bundesliga als auch für die Zweite. "Wir werden die abarbeiten", sagte Schiller und betonte: "Die Lizenz für die kommende Saison ist in keinster Weise gefährdet."

Es geht anders: Zweitligist 1. FC Union vermeldete die Erteilung der Lizenz mit Auflagen. Präsident Dirk Zingler sagte: "Das ist eine gute Nachricht, über die wir uns sehr freuen. Zumal wir die Lizenz wie im Vorjahr ohne Bedingungen bekommen haben." Energie Cottbus teilte mit, im vierten Jahr in Folge die Lizenz uneingeschränkt ohne Auflagen und ohne Bedingungen erhalten zu haben.

Grundsätzlich sind diese Hürden der DFL oder das Ausbleiben derselben ein Indikator, wie gesund ein Verein ist. Hertha gehört, auch wenn die Verantwortlichen das nicht gern lesen, seit Jahren zu den Sorgenkindern im deutschen Profifußball. Irgendwie lagen die Ausgaben fast immer über den Einnahmen, der aktuelle Schuldenberg beläuft sich auf rund 35 Millionen Euro. Nicht zufällig ist der Hauptstadt-Klub einer jener Vertreter, die die DFL regelmäßig im Herbst zum Nachlizenzierungsverfahren bittet. Hertha kalkuliert die nächste Saison in der Bundesliga mit einem geschätzten Etat von 70 Millionen Euro, davon 26 Millionen Euro Personalkosten. Für Liga zwei halbiert sich das Budget auf 35 Millionen Euro (13 Millionen Euro Personalkosten).

Ingo Schiller führt als einen Grund für Herthas Bedingungen "die gesamtwirtschaftliche schwierige Lage" an. Zudem, sagte Schiller, sei die Fallhöhe für die Berliner - im Vorjahr Liga-Vierter - ungleich höher als für Klubs, die wissen, dass es für sie um den Klassenerhalt geht. Dafür, dass Hertha sicher die Lizenz erhalten wird, wirft Präsident Werner Gegenbauer seine Autorität als ausgewiesener Wirtschaftsfachmann in die Waagschale: "Es gibt keinen Zweifel, dass wir die Bedingungen bis zum 2. Juni erfüllen können."