Kommentar

Der Abstieg ist besiegelt

Gegen dumme Menschen kann sich auch Hertha BSC nicht komplett schützen. Chaoten, die ihren Verstand vor der Fahrt ins Stadion zuhause lassen, gibt es bei nahezu allen Vereinen. Und doch trifft den Berliner Bundesligisten an den Ausschreitungen eine Mitschuld.

Er hat es den Rowdies zu einfach gemacht.

Die Partie gegen Nürnberg war ein Endspiel um den Klassenerhalt. Die Fans waren vorher sehr angespannt. Schon in der Hinrunde waren einige Anhänger regelmäßig beim Training erschienen und hatten die Profis mit harten Worten angegangen. Vor der Kurve standen gestern trotzdem nicht ausreichend Ordnungskräfte. Erschreckend, wie einfach die Randalierer über den Graben springen und das Spielfeld stürmen konnten. Bereits nach dem 1:1 hätten die Sicherheitsmaßnahmen hier verstärkt werden müssen. Denn spätestens von dem Zeitpunkt an war die Wahrscheinlichkeit groß, dass einige ihrem Frust freien Lauf lassen werden. Egal, ob sie von Nürnbergs Keeper Schäfer noch mit Gesten provoziert wurden oder nicht. Hier stimmte die Organisation nicht. Hertha hat gestern angekündigt, dies mit der Polizei aufzuarbeiten. Dies ist der richtige Weg. Eine ausgiebige Analyse ist notwendig, damit es im Olympiastadion nie wieder zu solchen Szenen kommt.

Gleiches gilt für die sportliche Situation. Auch wenn es noch nicht offiziell ist: Hertha ist gestern abgestiegen. Acht Punkte Rückstand holt diese Mannschaft nicht auf. Sie ist von Saisonbeginn an nie zu einer Einheit geworden. Der Frust der Fans wurde auch deswegen von Woche zu Woche größer und hat sich gestern entladen. Die Spieler tragen die größte Schuld am Sturz von Tabellenplatz vier im Mai 2009 zu Rang 18 im März 2010.

Manager Preetz muss sich ebenfalls hinterfragen. Er hat mit Funkel einen erfolglosen Trainer geholt. Die Trennung ist unvermeidlich. Der Verein muss jetzt an den Wiederaufbau denken. Und darf auf Namen keine Rücksicht nehmen.