Fußball

Knut Kircher fürchtet Zwangspause

Nein, auch am Sonntag wollte sich Knut Kircher (40) nicht äußern. Keine Silbe, keine Erklärung. Der Schiedsrichter ging nicht ans Telefon und meldete sich auch nicht anderweitig zu Wort. So war es schon am Samstag nach dem Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC (2:1) gewesen.

Gruß- und wortlos wollte Kircher entschwinden. Auch 90 Minuten nach Spielende war er offensichtlich aufgewühlt. Einem Kamera-Team der ARD-Sportschau drohte er mit juristischen Schritten, sollte der Sender die Bilder zeigen, wie er in der Tiefgarage des Wolfsburger Stadions die Bitte um eine Stellungnahme abschlug. Wörtlich sagte er: "Wenn Sie diese Ausschnitte senden, dann haben Sie ein Problem. Ein rechtliches."

Mit dieser Ausnahme hatte der Schiedsrichter am Samstag lediglich seine Pfeife benutzt. Mal laut, mal stumm, aus Sicht von Hertha in beiden entscheidenden Szenen fehlerhaft.

"Das erste Tor war regulär, das zweite ein klares Foul", klagte Torhüter Jaroslav Drobny, "das muss er sehen, dafür ist er Schiedsrichter." Ein Schiedsrichter, bei dem sich die Schnitzer zuletzt häuften. Bereits vor einer Woche hatte er eine Tätlichkeit des Schalkers Rafinha übersehen.

Bisher kassierte Kircher 50 400 Euro

Im Gegensatz zu seinen Fehlern von Wolfsburg hatte sich Kircher damals einsichtig gezeigt und seinen Irrtum eingeräumt. Mittlerweile ist er dünnhäutig geworden. Möglicherweise hat er Angst, dass jede Äußerung zu seinen Ungunsten ausgelegt werde könnte und der DFB ihn in den kommenden Wochen gar nicht oder weniger zum Einsatz kommen lässt.

Das hat für die Schiedsrichter heute auch mit dem Thema Geld zu tun. Pro Bundesliga-Einsatz erhält ein Unparteiischer 3600 Euro. Zwölf Mal kam Kircher in dieser Saison zum Zuge, addiert mit vier Einsätzen in Liga zwei (1800 Euro) kommt er auf Einnahmen von 50 400 Euro, nicht mitgerechnet seine zwei Einsätze im DFB-und die drei Einsätze im Uefa-Pokal. Geld, das es rechtfertigt, an die Leistungen hohe Ansprüche zu stellen. Und nach Fehlern Einsicht zu erwarten.