Eurocup

Israelische Basketballer fliehen aus der Türkei

Wütende Proteste, brennende Fahnen, tumultartige Flucht: Der Nahost-Konflikt hat mit der durch türkische Anhänger provozierten Absage des Eurocup-Basketball-Spiels zwischen Turk Telekom Ankara und der israelischen Mannschaft Bnei Hasharon am Dienstagabend den Sport erreicht.

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"Sie haben mit Schuhen, Feuerzeugen und Wasserflaschen geworfen. Wir mussten uns unter Polizeischutz in die Kabine verkriechen", sagte Gäste-Kapitän Meir Tapiro dem israelischen Fernsehen. Zuvor hatten die türkischen Anhänger noch vor Spielbeginn ihrer Wut über den israelischen Einmarsch im Gaza-Streifen mit lautstarken Parolen und Wurfgeschossen freien Lauf gelassen.

Polizei lässt Halle räumen

Als die Menge von den mehr als 1000 Sicherheitskräften von einem Sturm auf das Spielfeld abgehalten werden konnte, waren die Israelis in die Umkleidekabine der Ankara-Atatürk-Sporthalle geflüchtet.

Die Ausschreitungen konnten nur durch das Räumen der Halle durch die Polizei beendet werden. Dies gelang allerdings erst, als die Zuschauer durch die falsche Aussage, das Spiel sei abgesagt, getäuscht werden konnten. Die Schiedsrichter wollten daraufhin vor leeren Rängen die Partie beginnen, doch die Israelis weigerten sich und blieben in der Kabine. Die Vereinigung der europäischen Basketball-Ligen Uleb kündigte zwar eine Untersuchung durch den Disziplinar-Richter an, aller Voraussicht nach wird das Spiel aber mit 20:0 für die Türken gewertet.

Für Bnei Hasharons Vorsitzenden Eldad Akunis wäre diese Entscheidung ein Skandal. "Nach so einer nervenaufreibenden Tortur konnte man einfach nicht mehr spielen. Die Spieler hatten Sorgen um ihre Sicherheit", sagte Akunis: "Außerdem haben wir von der israelischen Botschaft die Anweisungen bekommen, nicht zu spielen."

Widersprüchliche Angaben gab es zur Anzahl der aufgebrachten türkischen Anhänger. Während türkische Quellen von nur 500 Fans in der Halle sprachen, berichteten israelische Medien von bis zu 3000 wütenden Menschen.

Ebenfalls zu Protesten und Demonstrationen kam es vor der Halle. Dort verbrannte eine pro-islamische Gruppe eine israelische Flagge. Nach einem Bombenalarm sprengte ein Sondereinsatzkommando der Polizei einen Koffer in einem Auto. Anschließend stellte sich der Einsatz aber als Fehlalarm heraus. 3500 Polizeikräfte waren in und um die Halle im Einsatz.