Unions Aufholjagd diesmal belohnt

"So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt." Die Worte, mit denen Nico Patschinski das 5:3 des 1. FC Union bei Eintracht Braunschweig kommentierte, hätten auch von jedem anderen Spieler des Berliner Regionalligisten kommen können.

"So ein Spiel habe ich noch nicht erlebt." Die Worte, mit denen Nico Patschinski das 5:3 des 1. FC Union bei Eintracht Braunschweig kommentierte, hätten auch von jedem anderen Spieler des Berliner Regionalligisten kommen können. Zweimal lagen die Köpenicker beim Schlusslicht zurück (0:2 und 2:3), zweimal kämpften sie sich wieder in die Partie. Am Ende stand der Befreiungsschlag, der nach dem schlechten Start mit nur einem Sieg aus vier Partien herbeigesehnt worden war.

Fünf Union-Tore in einer Halbzeit - Trainer Uwe Neuhaus spricht zu Recht von einem "Wechselbad der Gefühle", wenn er an die letzten 36 Spielminuten denkt. Es sei jedoch ein schmaler Grat gewesen, auf dem sich seine Mannschaft bewegt habe, "wir hätten auch gut und gerne auf der Verliererseite stehen können".

Dass Union am Ende mit seinen 2000 mitgereisten Fans feiern konnte, hat zwei Gründe. Wie schon zuvor im Auswärtsspiel in Emden (0:1) steckte das Team einen Rückschlag weg. Der Unterschied: In Braunschweig wurde die Aufholjagd belohnt. "Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, sich richtig ins Spiel zurückgefightet", lobte Neuhaus. Selbst als die Braunschweiger nur eine Minute nach dem 2:2 erneut in Führung gegangen waren, ließen die Berliner nicht locker.

Holger Wehlage, Ex-Unioner und heutiger Braunschweiger, brachte es auf den Punkt: "Wir können gar nicht so viel Tore schießen, wie wir hinten kassieren. Wenn man 2:0 führt, dann muss jeder wissen, was zu tun ist."

Die Eintracht-Spieler wussten es offenbar nicht. Und eben diese Unsicherheit in der von Coach Benno Möhlmann neu formierten Mannschaft des Zweitliga-Absteigers machte sich Union zu Nutze. "Wir haben uns zweimal bei Eins-zu-Eins-Situationen ausspielen lassen und den Gegner damit wieder ins Spiel gebracht", ärgerte sich Möhlmann über die unnötigen Fehler.

Zum anderen erwies sich Jan Glinker wieder einmal als sicherer Rückhalt für sein Team, trotz der drei Gegentreffer. Schon in Minute fünf verhinderte der Torwart nach einem Freistoß von Deniz Dogan den schnellen Rückstand, nach dem Wechsel dann gegen Ex-Unioner Sreto Ristic und Tim Danneberg den frühen K.o. (53.). Es folgte eine gute halbe Stunde, in der "wir zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht haben", so Neuhaus.

Dennoch kann nicht verschwiegen werden, dass die Abwehr sich erneut nicht sattelfest präsentierte. Wieder waren es Stellungsfehler, die die Gegentore vor der Pause ermöglichten. Trainer Uwe Neuhaus sprach sogar von einer "katastrophalen ersten Halbzeit". Lars Fuchs kam beim 0:1 (14.) ebenso unbedrängt zum Kopfball wie Ristic beim 0:2 (32.). Werden diese Fehler nicht schnell abgestellt, könnte Union auch am Sonnabend gegen Wolfsburg II (14 Uhr, Alte Försterei) große Probleme bekommen.