Rückenwind nutzen

Sebastian Arlt

Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 300 000 Zuschauer an sechs Tagen im Olympiastadion, hervorragende Einschaltquoten bei Fernseh-Übertragungen, am Samstag stand Leichtathletik sogar höher in der Gunst der TV-Zuschauer als die Fußball-Bundesliga. In München wurde ein stimmungsvolles Fest gefeiert, die Athleten wurden von der Begeisterung des Publikums getragen. «Der Riese Leichtathletik lebt», erklärte Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), überglücklich. Auch weil die deutsche Mannschaft mit 18 Medaillen erfolgreicher war als von vielen vorhergesagt. Man kann die Sache aber auch anders sehen: Statt achtmal Gold wie vor vier Jahren - gabs diesmal nur zwei erste Plätze. Die EM war zwar eine hervorragende Werbung für die Sportart, doch sie löst nicht deren Probleme in der Zukunft. Und die sind zahlreich: Sponsoren fehlen, Meetings sterben, viele Talente entwickeln sich nach dem Juniorenalter nicht weiter. Hier gilt es anzusetzen. Stolz berichtete Prokop von einer Vielzahl von Sponsoren, die sich von der EM begeistert gezeigt hätten. Jetzt sind die Verantwortlichen beim DLV an der Reihe, um den Rückenwind der EM zu nutzen.