Sebastian Prüsener fällt sechs Monate aus

Sein Lachen hatte Sebastian Prüsener gestern schon wiedergefunden. Wenn auch unter Schmerzen machte der Volleyballspieler des SC Charlottenburg im Krankenhausbett seine Scherze mit Trainer Michael Warm.

Sein Lachen hatte Sebastian Prüsener gestern schon wiedergefunden. Wenn auch unter Schmerzen machte der Volleyballspieler des SC Charlottenburg im Krankenhausbett seine Scherze mit Trainer Michael Warm. "Mir geht es den Umständen entsprechend gut", sagte der 25-Jährige. Eine tapfere Haltung. Warm aber räumte ein: "Es wird noch ein paar Tage dauern, bis er das alles richtig begreift."

Im zweiten Play-off-Finale gegen den VfB Friedrichshafen war Prüsener nach einem Angriffsschlag unglücklich auf dem Fuß seines Mitspielers Marcus Böhme gelandet und umgeknickt. Dabei rissen alle Bänder und er zog sich einen Knöchelbruch im linken Fuß zu. Noch in der Nacht zu Mittwoch wurde Prüsener operiert und fällt nun sechs Monate aus.

Zwar kämpften die Berliner nach dem Ausfall ihres besten Annahmespielers wacker, doch der Schock saß letztlich zu tief. "Und wenn die Annahme nicht funktioniert, hat man gegen die im Aufschlag stärkste Mannschaft der Liga und eine der stärksten in Europa keine Chance", analysierte Warm. Vor dem Spiel hatte sich schon Dirk Westphal mit Grippe abgemeldet. Nun kann der VfB Friedrichshafen, der in der "Best-of-five"-Serie 2:0 in Führung liegt, bereits Samstag vor heimischem Publikum den neunten Meistertitel perfekt machen.

Trainer Warm: "Wir geben nicht auf"

"Dieses Verletzungspech ist einfach nicht zu kompensieren", sagte SCC-Manager Kaweh Niroomand, "es wäre vermessen, jetzt noch an einen Sieg in Friedrichshafen und eine Wende zu glauben." Warm, der seinen Spielern gestern frei gab, sagt, man habe nicht mehr die Waffen für das Wunder. "Das ist so, als wenn du mit einem Golf an der roten Ampel stehst und neben dir heult ein Porsche auf. Aber wir geben dennoch nicht auf."

Derweil beging Sebastian Prüsener eine Therapie der besonderen Art. Mehrmals schaute er sich gestern auf seinem Laptop den Hergang seiner Verletzung an. Warm: "Da hat sich bei ihm alles zusammen gezogen."