Was die Pokalhelden heute machen

Sie eroberten in sechs Spielen die Herzen der Fans in ganz Deutschland. Ihnen wurde eine große Profi-Karriere vorausgesagt. Heute spielen nur drei der damaligen Hertha-Amateure in der Bundesliga, einer ist Nationalspieler. Für einige ist Fußball dagegen nur noch ein Hobby, drei haben sogar ganz aufgehört. Was aus den Pokalhelden von damals geworden ist:

Christian Fiedler (28 Jahre): Er war der Jüngste. Heute ist er dienstältester Herthaner im Profikader, stand in der Zweiten Liga 97-mal im Tor, in der Bundesliga 26-mal. Fiedler ist die Nummer zwei hinter Gabor Kiraly.

Sven Meyer (32): Der Libero ist am weitesten herumgekommen. Als er nach 69 Zweitliga-Partien unter Trainer Jürgen Röber seinen Stammplatz verlor, spielte er unter anderem ein Jahr in Chengdu in der zweiten chinesischen Liga. Meyer stand auch beim 1. FC Union, Babelsberg 03, dem FC Bremerhaven und dem VfB Oldenburg unter Vertrag, spielte in dieser Saison bei Oberligist Tennis Borussia.

Oliver Schmidt (29): Der Jüngere der Schmidt-Zwillinge ist gerade mit Süd-Regionalligist Jahn Regensburg in die Zweite Liga aufgestiegen. Dort spielte er bereits 113-mal für Hertha, konnte sich aber in der Bundesliga nicht durchsetzen und ging 1998 zu Greuther Fürth, später zum VfR Mannheim.

Karsten Nied (33): Arbeitet beim Finanzamt Charlottenburg und ist Co-Trainer beim Landesligisten 1. FC Wilmersdorf. Nied spielte beim FC Gütersloh, TeBe und dem Spandauer SV.

Andreas Schmidt (29): Der Mittelfeldspieler hat sich als einziger Feldspieler der Bubis bei Hertha in der Profi-Mannschaft durchgesetzt. Er hat bisher 161 Bundesliga-Einsätze absolviert.

Wolfgang Kolczyk (31): Hat seine Karriere wegen dauerhafter Knieprobleme beendet, spielte zuletzt beim SC Staaken (Landesliga).

Oliver Holzbecher (32): Der Spandauer wechselte 1995 nach zehn Einsätzen bei den Profis von Hertha zu den Reinickendorfer Füchsen. Über Schwarz-Weiß Spandau und den Spandauer BC ging er zum jetzigen Landesligisten 1. FC Spandau.

Gerald Klews (31): Spielte 57-mal für Hertha in der Zweiten Liga. Danach bei Union und anschließend unter anderem bei Energie Cottbus, Babelsberg, dem VfL Halle und dem Berliner AK. Er hat die aktive Karriere beendet.

Carsten Ramelow (29): Hat den größten Karrieresprung geschafft. Ramelow wurde 2002 mit der Nationalmannschaft Vize-Weltmeister. Er verließ Hertha 1995 (80 Zweitliga-Spiele) in Richtung Leverkusen. Mit Bayer war er viermal deutscher Vizemeister und stand im Champions-League-Finale.

Sven Kaiser (29): Spielte in der Regionalliga bei Sachsen Leipzig und Carl Zeiss Jena und jetzt in der Oberliga bei Lichtenberg 47.

Ayhan Gezen (30): Stürmt in der Verbandsliga Brandenburg für den SV Altlüdersdorf. Nach Hertha (14 Zweitliga-Spiele) kickte er in der Regionalliga beim FC Berlin und Rot-Weiß Erfurt.

Sascha Höpfner (32): Wurde im Finale eingewechselt. Der Abwehrspieler arbeitet heute in Emden bei einer Versicherung. Spielte für Kickers Emden (Regionalliga), für die Sportvereinigung Aurich und jetzt mit dem TuS Pewsum in der Niedersachenliga (5. Liga).

Andreas Zimmermann (33): Verletzte sich nach dem Halbfinale gegen Chemnitz. Er erzielte mit einem Distanzschuss im Viertelfinale gegen Nationaltorhüter Andreas Köpke vom 1. FC Nürnberg das schönste Tor. Zimmermann wechselte nach 45 Zweitliga-Spielen für Hertha über Union und LR Ahlen zu Regionalligist Rot-Weiß Essen.