Stephan Hauck kehrt nach Berlin zurück

Meistens befinden sich Angela und Stephan Hauck am Wochenende im Pendelverkehr. Da fährt sie von Berlin nach Fischbek bei Hameln, wo sie sich vor sechs Jahren ein Haus gebaut haben. Als der 240-malige Handball-Nationalspieler in der Wendezeit ein lukratives Angebot des VfL Hameln auf dem Tisch hatte, gab es kein langes Überlegen. Sein Berliner Verein, vom SC Dynamo zum HC Preußen mutiert, hatte 1991 zwar den letzten Pokalsieg für die DDR und gegen den TV Großwallstadt ein Jahr zuvor noch als SC Berlin die erste gesamtdeutsche Meisterschaft geholt, stand aber finanziell vor dem Aus.

Obwohl es im Dunstkreis der Rattenfängerstadt keine Eisbahn gab, folgte ihm seine blonde Ehefrau. Die heute 37-jährige, waschechte Berlinerin hatte am 25. Februar 1990 im norwegischen Tromsö als Sprinterin den letzten WM-Titel für die Eisschnelllauf-DDR geholt, trainierte aber weiter in Berlin und trat 1994 zum dritten Mal bei Olympia an.

Die Haucks sind in Hameln inzwischen in der Banken-Branche tätig, der Hauptsponsor des VfL ist schließlich ein Finanzdienstleister. Und demnächst werden die Fahrten zwischen Berlin und Fischbek entfallen. «Angela ist schon seit Juni vergangenen Jahres wieder in Berlin. Sie hat einen guten Job bekommen. Ich komme sicher auch zurück. Da sind nur noch zwei Sachen zu klären: Die berufliche Zukunft in Berlin und: Was machen wir mit dem Haus in Fischbek?»

Allerdings will der 41-jährige Modellathlet erst einmal «den Vertrag erfüllen». Dass der zweimalige Olympiateilnehmer und WM-Bronze-Gewinner von 1986 mit seinem Verein Eintracht Hildesheim am Sonnabend bei den Reinickendorfer Füchsen 25:26 verlor, tut Hauck mit einem Lachen ab: «Uns wirft das nicht um. Nehmt es als Aufbauhilfe für Berlin.»

Trotzdem wurmt ihn die Niederlage, bei der Angela auf der Berliner Tribüne saß: «Klar, dafür bin ich zu ehrgeizig.» Im Spiel glänzte der beidhändig werfende Rückraumspieler (1,93 m/95 kg) vor allem durch seine blinden Pässe auf die Mitspieler, auch durch vier Treffer gegen seinen ehemaligen Dynamo-Kumpel Jörg Herrmann im Füchse-Tor.

Können sich die Reinickendorfer mit der Rückkehr Haucks etwa auf einen Regisseur freuen? «Nein, mit Handball wird bei mir nichts mehr in Berlin», stellt Hauck klar. Irgendwie im Handball zu arbeiten, könne er sich aber schon vorstellen. «Vielleicht mal als Trainer. Den B-Schein habe ich ja schon gemacht.»