Queen in Berlin

Nach Britannien gehen Waren im Wert von 500 Millionen Euro

Politisch und historisch gibt es enge Beziehungen zu Großbritannien.

Wirtschaftlich ist das Land allerdings nicht ganz so bedeutend für den Berliner Handel. Das Volumen der Ausfuhren bewegt sich nach Angaben der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) seit Jahren bei etwa 500 bis 550 Millionen Euro. Vor allem Erzeugnisse der Pharmabranche und Schienenfahrzeuge sowie Nahrungs- und Futtermittel gehören zu den Produkten, mit denen die Berliner auf der Insel Geld verdienen.

Laut IHK lag der Export im vergangenen Jahr bei 536,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr nahm dieser Wert um 2,1 Prozent leicht ab.

Die Wirtschaftsbeziehungen prägen allerdings andere Länder. Im Ranking der wichtigsten Ausfuhrnationen belegt Großbritannien damit Platz sechs. Die meisten Exporte gehen aus Berlin in die USA. Dann folgen Polen, Frankreich, die Niederlande und China. Traditionell gehören Amerika und Frankreich zu den stark mit Deutschland verflochtenen Wirtschaftsnationen, China und Polen zu den aufstrebenden Märkten. Dagegen fällt Großbritannien etwas ab. Dass das Land hinter dem Kanal wirtschaftlich gesehen von Berlin dann doch relativ weit weg ist, zeigt auch der Gesamtanteil am Export. Danach gehen vier Prozent aller Waren ins Vereinigte Königreich. Trotzdem kommt die IHK zu dem Schluss, dass Großbritannien „noch immer einen der wichtigsten Abnehmer und Zulieferer der Berliner Wirtschaft“ darstellt, heißt es in dem Bericht „Internationale Wirtschaft“.

Etwa 10.500 Briten leben in Berlin. 945 Gewerbebetriebe zählt die IHK. Damit sind die Briten die neuntgrößte Business-Community in Berlin – also auch eher Mittelfeld. Die meisten Firmen gibt es übrigens in Mitte, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf.

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft, wie nationalistische Kreise immer wieder fordern, hätte sicherlich auch Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen. Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) setzt sich dagegen für einen weiteren Ausbau der Zusammenarbeit gerade auf Zukunftsfeldern ein. Zuletzt eröffnete sie Anfang März ein Smart-City-Expertenforum in London. Beide Städte, London und Berlin, verbinde das Thema „urbane Mobilität“, so Yzer. Es gehe um den Ausbau einer „ressourcenschonenden, energieeffizienten und modernen Infrastruktur“, soYzer.