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Queen in Berlin

Das Schiff: Der Vermieter der Monarchin ++ Das Auto: Chauffiert auf einem Hochsitz ++ Das Hotel: Flagge auf dem Dach falsch herum gehisst ++ Die Deutschen: Keine Lust auf eine eigene Monarchie

Der Vermieter der Monarchin

„Sie hat eine ganz außergewöhnlich Ausstrahlung“, sagt Nils Clausen, Eigentümer der „Ajax“, auf der Elizabeth II. und Prinz Philip vormittags über die Spree fuhren. Gegen sechs Uhr hatte er mit sieben Angestellten auf seinen drei Schiffen vom Verleih „Schiffskontor“ am Rummelsburger See abgelegt. Taucher, Spürhunde und Terrorismusexperten untersuchten bei Ankunft am Schloss Bellevue eingehend die Boote für Königs- und Bundespräsidentenpaar sowie für die Begleiter. Auf Wunsch der britischen Botschaft war das Dach der „Ajax“ abgebaut worden. „Aber was, wenn es regnet?“, hatte Nils Clausen die Gesandten noch vorsorglich gewarnt. „Don’t worry“, so die Antwort, „she’s british“ – „Keine Sorge, sie ist Britin.“

Chauffiert auf einem Hochsitz

Elizabeth wird bei ihrem Deutschland-Besuch im eigenen Dienstwagen gefahren. Das Auto stellt eine weitere Verbindung der Britin zu Deutschland dar: Der Hersteller Bentley gehört seit fast 20 Jahren zum Volkswagen-Konzern. Im Fond des Luxusgefährts thront die Monarchin auf einer Art Hochsitz. Da Prinz Philip die 89-Jährige im Auto deutlich überragen würde, ist ihr Sitz höher gelegt. So erscheinen die beiden beim Blick ins Wageninnere auf gleicher Augenhöhe.

Flagge auf dem Dach falsch herum gehisst

Für den Besuch der Queen sollte alles perfekt sein – doch ausgerechnet beim Hissen der königlichen Flagge auf dem Hotel Adlon hat es eine Panne gegeben. „Die Mitarbeiter, die die königliche Standarte gehisst haben, sind ganz zerknirscht, wollten sie doch alles richtig machen“, teilte das Hotel mit. Zur Ankunft der Königin war dort am Dienstagabend eine Fahne auf dem Hoteldach gehisst worden. Die zuständigen Mitarbeiter zogen sie zunächst allerdings falsch herum hoch. Sie seien „so aufgeregt“ gewesen und hätten deswegen nicht gleich bemerkt, dass sich die Flagge verhakt habe, so die Entschuldigung.

Keine Lust auf eine eigene Monarchie

So sehr sich viele Deutsche auch über den Queen-Besuch freuen – eine eigene Monarchie will die große Mehrheit einer Umfrage zufolge nicht. 88 Prozent sprachen sich in einer Forsa-Befragung im Auftrag der Illustrierten „Stern“ gegen ein gekröntes Staatsoberhaupt nach britischem Vorbild aus. Neun Prozent sind dafür. Drei von 100 Befragten hatten keine Meinung. Zwischen Ost und West gibt es dabei Unterschiede: Im Osten des Landes wären der Umfrage zufolge immerhin zwölf Prozent für einen König oder eine Königin. In Westdeutschland sind es dagegen nur sieben Prozent. Immerhin zwischen Frauen und Männern gibt es im gesamtdeutschen Schnitt der Umfrage keinen Unterschied.