Gewalt

Brennende Autos, Steinwürfe und Hunderte Verletzte

1987 erlebte Berlin die ersten Mai-Krawalle – Eine Chronik

1987: In Kreuzberg liefern sich 900 junge Randalierer Straßenschlachten mit der Polizei. Geschäfte werden geplündert und Autos angezündet. Ein Supermarkt brennt ab. 56 Randalierer werden festgenommen. 245 Polizisten werden verletzt.

1988: Die Polizei geht rigide gegen 400 Randalierer vor. 53 Polizisten werden verletzt, 134 Menschen festgenommen. Nach Kritik am harten Vorgehen wird die „Einheit für besondere Lagen und einsatzbezogenes Training“ aufgelöst.

1989: Der erste rot-grüne Senat versucht den 1. Mai durch äußerste Zurückhaltung der Polizei zu entschärfen. Doch die Lage eskaliert. Mindestens 346 Polizisten werden verletzt.

1991: Nach der Wiedervereinigung zieht die „Revolutionäre 1. Mai-Demonstration“ in den Ostteil der Stadt. Bei dem Marsch durch Friedrichshain kommt es zu Krawallen.

1999: Die Polizei führt ein neues Präventionskonzept ein. Dennoch gibt es Ausschreitungen in Kreuzberg: 139 verletzte Polizisten und 213 Festnahmen.

2001: Innensenator Eckart Werthebach (CDU) verbietet einen NPD-Aufzug und erstmals auch die gewaltträchtige, linksautonome „Revolutionäre 1. Mai-Demonstration“. Trotz eines Rekordaufgebotes von 9000 Polizisten gibt es wieder heftige Krawalle in Kreuzberg.

2004: Am Rande einer NPD-Demonstration kommt es in Lichtenberg zu schweren Ausschreitungen linker Gegendemonstranten. Am Abend des 1. Mai werfen in Kreuzberg vermummte Autonome Flaschen und Steine. 348 Randalierern werden festgenommen, 192 Polizisten werden verletzt.

2005: Der 1. Mai verläuft nach Polizeiangaben so „friedlich“ wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch werden 193 Randalierer festgenommen.

2006: Der rot-rote Senat und die Berliner Polizei setzen ihr Konzept der „ausgestreckten Hand“ fort. 179 Festnahmen werden in den zwei Nächten gemeldet.

2009: Linksautonome und Randalierer liefern sich eine stärkere Straßenschlacht mit der Polizei als in den Vorjahren. Die Polizei spricht später von rund 2500 gewaltbereiten Störern. 479 Beamte werden verletzt. Es gibt zahlreiche Festnahmen.

2011: Der 1. Mai verläuft friedlicher. Von rund 7000 eingesetzten Polizisten werden 100 verletzt. Die Polizei nimmt 161 Randalierer fest.

2014: Der Trend zu weniger Gewalt setzt sich fort. Eine Demonstration in der Walpurgisnacht in Wedding verläuft fast ganz friedlich. 68 Randalierer werden an beiden Tagen festgenommen, 61 Polizisten werden überwiegend leicht verletzt.