Berufseignung

Pilotenausbildung: Nur fünf Prozent bestehen die Tests

Pilot Andreas Lubitz, der den Germanwings-Flug 4U9525 gegen eine Felswand steuerte, hatte seine Ausbildung an der Lufthansa-Fliegerschule in Bremen absolviert.

Wer im Lufthansa-Konzern Pilot werden will, muss sich vor der Flugausbildung einem mehrtägigen Einstellungstest stellen, in dem die Eignung für den Pilotenberuf festgestellt werden soll.

In dem vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelten Verfahren werden neben mathematischem und physikalisch-technischem Verständnis sowie fliegerischer Vorbildung auch Konfliktfähigkeit und Teamfähigkeit sowie Belastungsfähigkeit unter Stress geprüft. Werden diese Tests bestanden, folgen zudem ausführliche Gespräche mit Spezialisten und Psychologen, wobei großer Wert auf die psychische Stabilität des Bewerbers gelegt wird. Nur rund fünf Prozent der Bewerber bestehen den Test.

Ausführliche Untersuchung

Daneben muss sich der Pilotenanwärter einer ausführlichen flugmedizinischen Untersuchung unterziehen, die zunächst jährlich und ab dem 41. Lebensjahr halbjährlich erneuert werden muss. Allerdings wird nur bei der Erstuntersuchung mit zahlreichen Fragen und Tests intensiv die psychische Eignung des Flugschülers untersucht.

Danach gibt es, unter Umständen bis zum Ende der Karriere, keine verpflichtenden medizinisch-psychologischen Tests mehr, wie der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, bestätigt. Er hält dies auch für ausreichend: „Bei der Einstellung gibt es einen der härtesten Aufnahmetests der Welt. Man kann ja nicht jeden Piloten vor jedem Umlauf zu einem psychologischen Gespräch schicken.“ Es läge in der Verantwortung des Piloten, sich medizinische Hilfe zu holen.

Es gibt aber noch eine weitere regelmäßige Überprüfung des Piloten. Zusätzlich zur gesundheitlichen Eignung wird jeder Pilotenanwärter und Pilot alle fünf Jahre einer sogenannten Zuverlässigkeitsüberprüfung unterzogen. Hier wird durch Polizei und andere Behörden beleuchtet, „ob der Flugzeugführer im Sinne des Luftsicherheitsgesetzes die Gewähr dafür bietet, die ihm obliegenden Pflichten zum Schutz vor Angriffen auf die Sicherheit des Luftverkehrs, insbesondere vor Flugzeugentführungen und Sabotagen, jederzeit in vollem Umfang zu erfüllen“. Im Fall von Lubitz haben indes alle Verfahren versagt. Einen hundertprozentigen Schutz bei Ausnahmefällen könne es nicht geben, sagt Handwerg. Lubitz war im September 2013 bei Germanwings eingestellt worden, direkt nach der Pilotenschule. Ein Sicherheitscheck am 27. Januar habe nichts Ungewöhnliches ergeben, erklärte die Regierung in Düsseldorf.