Flugzeugunglück

„Verbundenheit ist das Einzige, das zählt“

Der Absturz der Germanwings-Maschine bewegt auch die Berliner.

Um auch in der Hauptstadt einen Ort des Gedenkens und der Trauer um die Opfer zu schaffen, widmet der Berliner Dom am Mittwoch seine Mittagsandacht den 150 Menschen, die auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ums Leben kamen, und deren Angehörigen.

Etwa 150 Besucher sind gekommen, um daran teilzunehmen und um sich in das Kondolenzbuch einzutragen, das nun noch einige Tage im Dom am Lustgarten in Mitte ausliegen wird. Als einer der Ersten schreibt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) im Namen der Stadt in das dicke schwarze Buch, das rechts neben dem Altarraum auf einem Tisch liegt. „Uns schwindelt vor der Willkür des Schicksals“, sagt Domprediger Thomas Müller in der Andacht, und dass es keinen wirklichen Trost für die Betroffenen gebe. „Verbundenheit ist in solchen Momenten das Einzige, das zählt.“ Berliner und Touristen beten, trauernde Kollegen der Germanwings-Crew ringen mit den Tränen. Viele, die sich in das Kondolenzbuch eintragen, sind sichtlich bewegt. Auch die Stuttgarter Familie Ehmann will Anteil nehmen. Mit gepackten Koffern sitzen sie zu viert nach der Andacht im Domcafé. „Wir wollten ausdrücken, was wir empfinden“, sagt Heidrun Ehmann. „Der Pfarrer hat es genau so gesagt.“ Vom Dom gehe es nun direkt nach Tegel, um von dort mit Germanwings nach Hause zu fliegen, erzählt sie.

Wer sich noch ins Kondolenzbuch eintragen möchte, kann das täglich von 9 bis 20 Uhr im Dom tun, ohne dafür Eintritt zahlen zu müssen, sagt Domsprecherin Svenja Pelzel.