Sommerspiele 2024

Diese Funktionäre entscheiden über die Olympiastadt

Es ist eine überschaubare Truppe, die das deutsche Olympiaschicksal heute bestimmt. Denn nur ein Teil des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gibt seine Stimme ab.

Es verzichten: IOC-Präsident Thomas Bach und Gudrun Doll-Tepper vom Landessportbund Berlin, die sich für befangen hält. Das im Dezember gewählte Präsidium ist verantwortlich für die künftige strategische Richtung des DOSB. Diese acht Mitglieder müssen zwischen Berlin und Hamburg entscheiden.

Alfons Hörmann: Ist seit Dezember 2013 Präsident. Musste als Wintersportfunktionär erleben, wie das „Wintermärchen 2022“ in München nicht wahr wurde. Umso stärker sein Engagement für eine deutsche Bewerbung um die Sommerspiele 2024 oder 2028.

Walter Schneeloch: Sorgte zuletzt für Aufregung, als er eine deutsche Bewerbung grundsätzlich in Frage stellte. Der Westfale ist ein kritischer Geist von der Basis, dem besonders die Sportförderung der Jugend am Herzen liegt. Im DOSB verantwortlich für Breitensport und Sportentwicklung.

Stephan Abel: Der Banker und Unternehmensberater kümmert sich um Wirtschaft und Finanzen. War zuvor zehn Jahre Präsident des Deutschen Hockeybundes. Betonte immer wieder, dass die Befragung der Bevölkerung große Auswirkungen auf die Entscheidung habe.

Claudia Bokel: Die Diplom-Chemikerin und ehemalige Fechterin (drei Olympiateilnahmen) hat mit 41 Jahren eine beeindruckende sportpolitische Karriere hingelegt. Wurde als erste deutsche Frau ins IOC gewählt. Besitzt neben der deutschen auch die niederländische Staatsbürgerschaft.Ole Bischof: Gewann als Judoka Gold bei Olympia, unterlag in der TV-Show „Schlag den Raab“. Als Wahl-Hamburger kann ihm eine gewisse Nähe zur Hansestadt unterstellt werden. Seit Dezember Vizepräsident Leistungssport im DOSB. Hauptberuflich Unternehmensberater.

Christian Schreiber: Vertritt als Vorsitzender der DOSB-Athletenkommission die aktiven Sportler. Der ehemalige Weltmeister im Rudern setzt auf diese Themen: Anti-Doping-Politik, Einbindung der Athletenvertretung in den einzelnen Verbänden und die Vereinbarkeit von Sport und Beruf.

Dr. Petra Tzschoppe:Dozentin für Sportsoziologie und Sportgeschichte an der Universität Leipzig, kümmert sich um das Thema Frauen und Gleichstellung. Sieht Handlungsbedarf bei der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen im DOSB – trotz Quote.

Ingo-Rolff Weiss: Der Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (seit 2002) nimmt außerdem zahlreiche Ämter im nationalen und internationalen Basketball wahr. Hätte sich gewünscht, dass Hamburg die Basketball-EM 2015 austrägt – jetzt findet diese unter anderem in Berlin statt.