Terror

Trauerfeier für die beiden Terroropfer am Montag

Die ersten Schüsse trafen das Kulturcafé „Krudttønden“.

Im bürgerlichen Stadtteil Østerbro liegt das Café zwischen dem größten Park der Stadt und einem Platz mit Supermärkten und Imbissen. Dort starb der dänische Filmregisseur Finn Nørgaard. Der 55-Jährige wurde vor dem Gebäude niedergeschossen. Nach den Terrorangriffen in Frankreich im Januar hatte Nørgaard noch auf seinem Facebook-Profil geschrieben: „Es ist erschütternd und erschreckend, dass mutige Menschen von feigen muslimischen Faschisten ermordet werden.“ Nørgaard hatte für das dänische Fernsehen Dokumentationen produziert und Regie geführt. Darunter waren aus dem Jahr 2004 der Film „Boomerang Boy“ über die Träume eines australischen Jungen, Weltmeister im Bumerangwerfen zu werden, sowie die Produktion „Le Le“ aus dem Jahre 2008 über vietnamesische Einwanderer in Dänemark.

Der zweite Tatort ist eine Synagoge in der Nähe der belebten Bahn- und Busstation Nørreport im Zentrum der Stadt. An Samstagabenden sind hier viele Nachtschwärmer in den Bars unterwegs. In der Synagoge besuchten da gerade etwa 80 Menschen eine Bat Mizwa. Vor dem Gebäude schießt der Attentäter einem 37 Jahre alten Wachmann in den Kopf. „Er war ein Mensch, der immer gewillt war, zu helfen. Ein fantastischer Kerl“, sagte der dänische Oberrabbiner Jair Mechior über das Opfer. Der 37-Jährige spielte im jüdischen Fußballverein und war auch begeisterter Basketballer. Als Junge ging er auf die jüdische Schule in Kopenhagen, später studierte er Politikwissenschaft.

Die Stadt Kopenhagen will am Montagabend der Opfer der beiden Terroranschläge gedenken. Zu der Feier um 20 Uhr, die am ersten Tatort, dem Kulturcafé Krudttønden stattfinden soll, haben sich auch die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und ihr Stellvertreter Patrick Klugman angekündigt.