Solidarität

„Charlie Hebdo“ bekommt viel Hilfe

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Die Tageszeitung „Libération“ bietet ihre Redaktionsräume an

Nur einen Tag nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ wittern einige offenbar den großen Profit. Auf der französischen Ebay-Seite wurden alte Ausgaben des Heftes zu Wucherpreisen angeboten. So gibt es das Heft mit der Nummer 1011 aus dem Jahr 2011, auf dessen Cover ein Muslim 100 Stockschläge für jeden androht, der sich nicht totlacht, für 100.000 Euro – wenn man es direkt kaufen will. Was die Preise der alten Ausgaben drücken dürfte, ist der Umstand, dass neues Material unterwegs ist. Die Überlebenden der „Charlie Hebdo“-Redaktion haben angekündigt, eine neue Ausgabe in einer Auflage von einer Million herauszubringen. Die französische Tageszeitung „Libération“ bot für die Produktion ihre Redaktionsräume an. Der Chefredakteur des britischen „Guardian“ sagte über Twitter eine Spende von 100.000 Pfund zu.

Aber kann es dem Satiremagazin auf lange Sicht gelingen, ohne einige seiner besten Zeichner zu überleben? Einige zweifeln daran. „Ich weiß nicht, wie die Zeitung das überleben soll“, sagte Antonio Fischetti, einer der überlebenden, Mitarbeiter. Zeichner wie Charb, Tignous und Wolinski gebe es nicht wie Sand am Meer. Doch auch das finanzielle Überleben des Blattes ist unsicher. Zuletzt soll „Charlie Hebdo“ im Schnitt nur noch 30.000 Exemplare pro Woche verkauft haben. Der getötete Redaktionsleiter Charb hatte deshalb im November zu Spenden aufgerufen. Kulturministerin Fleur Pellerin will das Satiremagazin nun mit einer Million Euro unterstützen. Die öffentliche Investitionsbank Banque publique d’investissement kündigte an, 50 Abonnements für ihre Mitarbeiter bestellen. Auch der US-Internetriese Google versprach, 250.000 Euro aus seinem Fonds für Internet-Innovationen zur Verfügung zu stellen. Der Fonds „Presse und Pluralismus“, hinter dem verschiedene französische Verleger stehen, will ebenfalls 200.000 Euro beisteuern.

( SH/GW )