Mehrkosten

Berlins peinlichste Baupannen

Die Staatsoper ist nicht das einzige Projekt, das Schwierigkeiten bereitet

Die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden ist nur eines von vielen Bauvorhaben in der Hauptstadt, die den Termin- und Kostenrahmen komplett gesprengt haben. Die Berliner Morgenpost listet die schlimmsten Baupannen auf.

BER Prominentestes, weil teuerstes Baudesaster ist und bleibt der Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld. Die bei Baubeginn im Jahr 2006 auf 1,8 Milliarden Euro geschätzten Kosten hatten sich bis zur geplatzten Eröffnung 2012 bereits auf 4,3 Millionen Euro erhöht. Inzwischen hat die Flughafengesellschaft eine neue Kostenschätzung vorgelegt: 5,4 Milliarden sollen nötig sein, um den Airport fertig zu stellen. Ein Eröffnungstermin ist indes noch immer nicht in Sicht. Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat lediglich angekündigt, am 12. Dezember „ein Terminband“ zu nennen – einen Zeitraum zur etappenweisen Eröffnung.

U55 Auch die „Kanzler-U-Bahn“ ist inzwischen zum Problemfall geworden. 433 Millionen Euro sollte der zwei Kilometer lange U-Bahn-Lückenschluss zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor ursprünglich kosten. Doch dieser Kostenrahmen ist nicht mehr zu halten. Vor allem Nachforderungen der mit dem Rohbau beauftragten Firmen in Höhe von aktuell fast 50 Millionen Euro drohen das Budget zu sprengen. Ein Teil der Forderungen ist schon bezahlt, 37 Millionen Euro sind strittig. Kostensteigerungen sind auch durch Komplikationen beim Tunnelbau entstanden, die noch nicht behoben sind. Die 70 Meter lange Tunnelbohrmaschine „Bärlinde“, die im November mit dem Bau der zweiten Röhre beginnen sollte, steht nach einem Erdrutsch im August nahe dem Brandenburger Tor still, Gutachter ermitteln noch die Schadensursache. Wohl erst im April 2015 wird es weitergehen.

James-Simon-Galerie Als Sonderfall in der Berliner Pannenchronik kann die James-Simon-Galerie, das neue Empfangsgebäude auf der Museumsinsel gelten. Bevor auch nur der Grundstein für das Bauwerk gelegt werden konnte, war das 2009 gestartete Projekt, das eigentlich in diesem Jahr feierlich eröffnet werden sollte, schon komplett aus dem Kosten- und Zeitrahmen gefallen. Inzwischen ist sicher, dass das Gebäude mindestens 30 Millionen Euro teurer wird als geplant und nun rund 100 Millionen Euro kosten soll. Bereits jetzt ist eine dreijährige Bauverzögerung eingetreten. Verantwortlich für die Kostensteigerung sollen Fehler der anfangs beauftragten Baufirma und – wie bei der Staatsoper Unter den Linden – der schwierige Baugrund gewesen sein. Die James-Simon-Galerie soll nun erst im Jahr 2017 eröffnet werden – falls auf der Baustelle künftig alles läuft, wie geplant.