Kundgebung

Antifa stoppt Dresdner Protest gegen Flüchtlinge

Ein großer Erfolg der Gegendemonstranten, werde es heißen, ist Lutz Bachmann sicher.

Er bevorzugt eine andere Interpretation: „Ich finde dagegen, das ist ein grandioser Erfolg für die Friedlichkeit unserer Sache.“ Mit „unserer Sache“ meint Bachmann die Pegida-Demonstration. 7500 „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) fanden sich am Montagabend bei klirrender Kälte und eisigem Wind zusammen, um in Dresden gegen Flüchtlinge auf die Straße zu gehen.

Erwartet wurden sie von etwa 1200 linken Gegendemonstranten, die es schafften, den Pegida-Spaziergang vorzeitig zu beenden. Das war es, was laut Pegida-Initiator Bachmann von außen als Erfolg gewertet werden würde. Pegida – was vor sieben Wochen als kleines Grüppchen in Dresden anfing, ist zu einer ernst zu nehmenden Erscheinung geworden. Man sei „in ein politisches Vakuum hineingestoßen“, erklärt Christian Demuth vom Verein Bürger Courage. Überall in Deutschland bildeten sich an diesem Montag Nachahmer: in Kassel, in Ostfriesland, in Magdeburg.

Die Anwesenden skandierten die bekannten „Wir sind das Volk“-Rufe und schwenkten dazu Lampions und Fahnen in Deutschlandfarben. Es sind Familien mit Kindern, die hier marschieren, Rentner, Akademiker. Gemeinsam mit NPD-Politikern und breiten, muskulösen Kerlen, die sich durch Kappen und Mützen als Fußball-Hooligans zu erkennen geben. Beifall erhält Bachmann für seine Beschimpfung regierender Politiker, welche die Interessen der Bürger nicht ernst nähmen.

Am Terrassenufer unterhalb der Hochschule für Bildende Künste musste die Polizei den Marsch stoppen. In etwa 200 Meter Entfernung blockierte der Schwarze Block der Antifa die Pegida. Bevor die Stimmung kippen konnte, trat ein Teil der Pegida-Unterstützer missmutig den Rückzug an. „Wir kommen nächste Woche wieder“, brüllten einige der triumphierenden Antifa entgegen, die von der Promenade jubelnd herabsah. „Wir haben die Demonstration heute verloren“, sagte ein Mann. „Wir müssen das nächste Mal zahlreicher werden. Erst 10.000 und dann 20.000. Bis wir Gehör finden.“