Irans Atomprogramm

Streit um die Uran-Anreicherung

Zentrifugen sortieren notwendige Isotope für Kraftwerke und Bomben

Ein Kernproblem des Streits zwischen den UN-Vetomächten und dem Iran ist, dass sich Uran sowohl für den Bau von Atomwaffen als auch für den Betrieb von Kernreaktoren eignet. Teheran besteht auf einer zivilen Nutzung der Kernkraft, die Vetomächte wollen verhindern, dass das Land Atomwaffen herstellt. Natürliches Uran besteht aus mehreren „Atomsorten“ (Isotope), die sich in der Zahl eines der Kernbausteine (Neutronen) unterscheiden. Natururan enthält vor allem das Isotop U-238, energetisch interessant ist aber U-235. Für Kernkraftwerke muss sein Anteil drei bis fünf Prozent betragen, für Atomwaffen muss er sehr viel höher liegen. Der Iran verpflichtet sich im Abkommen, die Urananreicherung über fünf Prozent hinaus für die Laufzeit des Abkommens einzustellen. Teheran hat zudem schon die Hälfte seiner Bestände von auf 20 Prozent angereichertem Uran in Brennstäbe für einen Forschungsreaktor in Teheran umgewandelt und den Rest auf einen Anreicherungsgrad von weniger als fünf Prozent reduziert.

Seit den 40er-Jahren wurden mehrere Verfahren entwickelt, um die Isotopenzusammensetzung zu verändern. Heute sind vor allem Gaszentrifugen gebräuchlich. Sie beruhen darauf, dass das etwas schwerere Isotop 238 in einem rotierenden Zylinder (schneller als tausend Umdrehungen pro Sekunde) durch die Zentrifugalkraft etwas stärker nach außen gedrängt wird als das leichtere U-235. Der Iran betreibt derzeit 10.000 solcher Zentrifugen, das Land will aber mehr und modernere Anlagen, der Westen will die Zahl möglichst gering halten.

Strittig ist auch der Schwerwasserreaktor nahe der Stadt Arak. Er würde nach einer Inbetriebnahme Plutonium produzieren, das sich ebenfalls zum Bau von Atombomben eignet. Der Westen will, dass der Reaktor geschlossen oder zum Leichtwasserreaktor umgebaut wird – der könnte kein Plutonium erzeugen.