Berlin

Eine Auswahl der Regierenden mit SPD-Parteibuch

Der nächste Chef der Landesregierung tritt ein großes Erbe an, auch in seiner eigenen Partei.

Die Berliner SPD hat eine Reihe bedeutender Regierender Bürgermeister gestellt.

Ernst Reuter Er war von Dezember 1948 bis Januar 1951 Oberbürgermeister von West-Berlin, anschließend bis zu seinem Tod am 29. September 1953 Regierender Bürgermeister. Während der Berliner Blockade stieg Reuter zum international bekannten Repräsentanten der Stadt auf. Seine Rede „Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt“ ist legendär. Reuter setzte sich für eine enge Anbindung West-Berlins an die Bundesrepublik ein.

Willy Brandt Der spätere Außenminister und Bundeskanzler war von Oktober 1957 bis Dezember 1966 Regierender Bürgermeister. In der durch das Chruschtschow-Ultimatum ausgelösten Berlin-Krise 1958 und vor allem nach dem Mauerbau im August 1961 setzte er sich bei der Bundesregierung und vor allem bei den Westalliierten für die Freiheit und die Rechte West-Berlins ein. Das machte ihn zu einem national und international anerkannten Politiker.

Walter Momper Der Mann mit dem roten Schal war von März 1989 bis Januar 1991 Regierender Bürgermeister an der Spitze des ersten rot-grünen Senats. In seine Amtszeit fielen der Fall der Mauer und die Deutsche Einheit. Das Bündnis platzte, als die Polizei besetzte Häuser an der Mainzer Straße in Friedrichshain räumen ließ. Von Oktober 2001 bis September 2011 war Momper Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses.

Klaus Wowereit Der bekennende Schwule („… und das ist auch gut so“) löste im Juni 2001 nach dem Bankenskandal Eberhard Diepgen (CDU) als Regierenden Bürgermeister ab. Im Januar 2002 wagte er den Tabubruch und ging ein Bündnis mit der PDS ein. Vier Jahre später erneuerte er es. Nach der Abgeordnetenhauswahl 2011 wurde Wowereit Chef eines SPD-CDU-Senats. Am 11. Dezember will er sein Amt aufgeben. Wowereit hat in den 13 Jahren seiner Amtszeit wesentlich den Imagewandel Berlins zu einer weltoffenen Kulturmetropole geprägt.