SPD

Fraktionsvorsitzender Raed Saleh kann das Ergebnis verschmerzen

Raed Saleh hat sich als erster ins Rennen um die Nachfolge von Klaus Wowereit begeben, kam aber als letzter ins Ziel.

Kaum zwei Stunden, nachdem der Langzeitregierungschef am 26. August seinen Rücktritt angekündigt hatte, trat der junge Fraktionsvorsitzende vor die Presse und sagte: „Ich möchte Regierender Bürgermeister werden.“ Dass es nun nicht geklappt hat, kann der 37 Jahre alte Spandauer sicherlich verschmerzen, wenn er auch bis zuletzt auf seine Chance in einer Stichwahl gegen Michael Müller gehofft hatte.

Der gebürtige Palästinenser, der mit fünf Jahren als Gastarbeitersohn nach Deutschland kam, hat im Laufe der Kampagne an Bekanntheit und Profil gewonnen. Das dürfte ihm bei seiner weiteren Karriere nicht schaden. Seine Aufsteigergeschichte einer erfolgreichen Integration füllte Seiten auch der überregionalen und internationalen Presse. Der Blick auf Raed Saleh hat sich verändert. Er startete ganz hinten, lag in den ersten Umfragen, welcher Kandidat der geeignetere sei, weit hinter Landeschef Jan Stöß und erst recht hinter Senator Michael Müller zurück. In den letzten Wochen haben sich aber nicht nur viele Sozialdemokraten an den Gedanken gewöhnt, dass Deutschlands Hauptstadt in nicht mehr allzu ferner Zeit auch von einem Politiker mit Migrationshintergrund regiert werden könnte.