SPD

Schwere Niederlage für Landeschef Jan Stöß

Für Jan Stöß ist sein Abschneiden beim Mitgliederentscheid eine schwere Niederlage.

Als Landeschef einer Partei, in der die Vorsitzenden traditionell eine starke Stellung einnehmen, bei einem solchen Votum so klar zu verlieren, zeugt von mangelndem Vertrauen der Basis. Immerhin gelang es Stöß, die inoffiziell von den Parteifunktionären als Grenze zum Blamablen definierte Marke von 20 Prozent zu überspringen.

Für den 41 Jahre alten Verwaltungsrichter ist sein Abschneiden umso bitterer, als er es war, der lange auf einen schnellen Rücktritt Klaus Wowereits als Regierender Bürgermeister gedrängt hatte. Wowereit brach daraufhin zeitweise den Kontakt zum SPD-Landesvorsitzenden ab, verweigerte Gesprächswünsche und zeigte sich auch im Nachhinein enttäuscht über mangelnde Loyalität in der Partei. Damit waren in erster Linie Stöß und seine Getreuen gemeint. So war es Stöß’ Vertrauter Stefan Komoß, Bürgermeister im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der im Sommer mit der Forderung, Wowereit möge bald den Zeitpunkt seines Rücktritts bekannt geben, die Nerven des Senatschefs weiter zermürbte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Wowereit noch nicht einmal offiziell bekannt gegeben, ob er nicht doch 2016 noch einmal als Spitzenkandidat für die SPD antreten würde.