Ebola

Kontrollen von Reisenden und steigende Aktien

Die Angst vor Ebola wächst weltweit. Die Seuche hat Auswirkungen auf die Wirtschaft und beeinflusst das Reisen.

Passagierkontrollen

Am Londoner Flughafen Heathrow werden Passagiere aus Westafrika seit Dienstag auf Ebola-Symptome getestet. Reisende aus Liberia, Sierra Leone und Guinea müssen laut Gesundheitsministerium Angaben zu ihrer Reiseroute und ihrem Gesundheitszustand machen und ihre Kontaktdaten hinterlegen. Außerdem werde ihre Körpertemperatur gemessen. In den kommenden Tagen sollen die Tests auch auf den Flughafen Gatwick und auf die Reisenden, die mit dem Eurostar-Zug aus Paris und Brüssel ankommen, ausgeweitet werden. Was passiere, wenn jemand die Maßnahme gegen die Ausbreitung des tödlichen Virus verweigere, war zunächst nicht klar.

Börsenkurse

Die Furcht vor einer weiteren Ausbreitung der Seuche Ebola beflügelt die Anbieter von Schutzbekleidung am Dienstag erneut. Lakeland und Alpha Pro gewannen im vorbörslichen US-Geschäft zwei beziehungsweise 6,5 Prozent. Konkurrent Versar legte zeitweise sogar um 88 Prozent zu. Die beiden ersteren haben ihren Kurs seit Wochenbeginn bereits mehr als verdreifacht. Versar hinkt bisher hinterher. Gefragt waren auch Chembio Diagnostics. Die Papiere des Anbieters von Infektionsschnelltests rückten vorbörslich 14 Prozent vor. Auch die Kurse von Biotechnologie-Unternehmen zogen zum Teil deutlich an.

Deutsche Firmen

Die deutsche Wirtschaft hat sich komplett aus den drei am schlimmsten von der Ebola-Seuche betroffenen westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone zurückgezogen. „Es ist keiner mehr da“, sagte der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, am Dienstag in Berlin. Zuletzt seien etwa zehn Unternehmen mit Mitarbeitern vor Ort gewesen, die vor allem Infrastrukturprojekte vorbereitet hätten. In Ländern wie Senegal, dem Kongo und Nigeria – wo nur vereinzelt Ebola-Fälle aufgetreten sind – seien deutsche Unternehmen weiter aktiv. „Dort laufen die Dinge normal weiter“, sagte Liebing.

Großspenden

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla spenden 25 Millionen Dollar für den Kampf gegen Ebola. Die umgerechnet knapp 20 Millionen Euro gehen an die Stiftung der US-Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control). Die Ebola-Ausbreitung müsse schnell unter Kontrolle gebracht werden, schrieb Zuckerberg in einem Facebook-Eintrag am Dienstag. Das Vermögen des Gründers und Chefs des weltgrößten Online-Netzwerks wurde vom US-Magazin „Forbes“ zuletzt auf 34 Milliarden Dollar geschätzt. Im September hatte Microsoft-Mitgründer Paul Allen neun Millionen Dollar gespendet.