Terror

CIA: IS verfügt über bis zu 31.500 Kämpfer

Kerry schmiedet Koalition gegen Terroristen. Australien erhöht Warnstufe

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kann einer neuen Einschätzung des CIA zufolge auf weitaus mehr Dschihadisten im Irak und in Syrien zurückgreifen als gedacht. Zwischen 20.000und 31.500 Kämpfer könne die Extremistengruppe aufbieten, sagte der Sprecher des US-Auslandsgeheimdiensts, Ryan Trapani. Bisher sei man von 10.000ausgegangen.

Der IS kontrolliert weite Teile Iraks und Syriens, wo dessen Kämpfer brutal gegen Andersgläubige und Minderheiten vorgehen und zuletzt mit der Enthauptung zweier US-Journalisten international für Entsetzen sorgten. Im Irak gehen die USA schon seit geraumer Zeit mit Luftangriffen gegen die Extremisten vor, zuletzt kündigte Präsident Barack Obama eine Ausweitung der Operation auf Syrien an. Dazu schmiedet Washington eine internationale Koalition gegen die Dschihadisten, der sich bereits 40 Nationen angeschlossen haben. Bei einem Treffen mit US-Außenminister John Kerry in der saudi-arabischen Stadt Dschidda stellten sich zehn arabische Staaten hinter die Pläne Washingtons. Sie hätten eingewilligt, im Kampf gegen IS „ihren Teil zu leisten“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Teilnehmer aus Saudi-Arabien und weiteren Golfstaaten sowie Ägypten, Irak, Jordanien und dem Libanon. Unter anderem wollen sie den Zustrom an Kämpfern stoppen und die Gruppe finanziell abschneiden.

Die Türkei nahm zwar an dem Treffen teil, gehörte jedoch nicht zu den Unterzeichnern der Erklärung. Das Nato-Mitglied war um verschärfte Grenzsicherungen gebeten worden, um den Ölschmuggel aus dem Irak und Syrien sowie den Zustrom ausländischer Kämpfe in die Nachbarländer zu unterbinden. Doch nicht zuletzt aus Sorge um 49 vom Islamischen Staat in Mossul festgehaltene türkische Bürger zögert die Regierung in Ankara, eine aktive Rolle in der Anti-IS-Allianz einzunehmen.

Frankreichs Präsident François Hollande sicherte unterdessen dem Irak im Vorfeld einer internationalen Konferenz in Paris zur Bekämpfung der Islamisten-Miliz IS militärische und humanitäre Hilfe zu. Hollande habe versprochen, dass Frankreich sich an den Bemühungen beteiligen werde, die IS-Stellungen im Irak anzugreifen, sagte der neue Ministerpräsident Haider al-Abadi am Freitag. Er deutete an, dass es um eine Unterstützung der Luftangriffe gehe, die bislang lediglich von den USA und dem irakischen Militär gegen die Islamisten geflogen werden. Die Entsendung von Bodentruppen sei nicht vorgesehen.

Angesichts der Bedrohung durch Unterstützer des IS hat Australien seine Terrorwarnstufe erhöht. Sie sei nach dem Rat des Geheimdienstes auf der vierstufigen Skala von „mittel“ auf das zweithöchste Level „hoch“ angehoben worden, sagte Premierminister Tony Abbott am Freitag. Das bedeute aber nicht, dass davon ausgegangen werde, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehe. Allerdings gebe es Extremisten, die die Absicht und die Möglichkeit hätten, Anschläge durchzuführen.