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Debatte um Hilfe für schwerstkranke Menschen

Pflegestufe Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz fordert Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) heraus: Gröhe könne „seine Ankündigung, die Hospizbegleitung in der Pflege zu verbessern, sofort wahr werden lassen. Er müsste nur mit der Pflegereform eine zusätzliche Pflegestufe für Sterbende einführen. Denn bisher zahlen die Sozialkassen für sterbende Menschen im Hospiz 5600 Euro, aber im Pflegeheim nur bis zu 1600 Euro im Monat. Das ist ungerecht“.

Vorschlag Gröhe hatte am Sonnabend gesagt, er strebe eine bessere Betreuung schwerst- und todkranker Menschen an. „Die geplanten gesetzlichen Regelungen zielen darauf, die Palliativ- und Hospizversorgung im pflegerischen Bereich zu verbessern“, sagte er dem Magazin „Focus“. Schwerstkranke Menschen benötigten umfassende Hilfe, dazu brauche es „noch mehr schmerzlindernde Palliativmedizin“. Auch in den Altenpflegeeinrichtungen müsse die Hospizkultur gestärkt werden.

Zustimmung Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) begrüßte Gröhes Vorstoß. „Denn das ist die Antwort auf Rufe nach aktiver Sterbehilfe und auf die Ängste der Menschen vor dem Sterben. Wenn ein schwerstkranker Mensch gehen möchte, wird sein Wunsch respektiert, aber das Sterben wird nicht aktiv befördert.“ Nun müssten „alle gemeinsam dafür sorgen, dass die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung allen Bürgern zur Verfügung stehen. Hier gibt es noch viel zu tun“, meinte Huml. Bayern treibe den Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung seit Jahren voran.

Berlin In Berlin wird der Anteil der Senioren bis 2030 bedeutend steigen. Bei einem Bevölkerungswachstum von 3,5 Millionen Menschen 2011 auf 3,75 Millionen 2030 wird der Anteil der über 65-Jährigen von 19 auf 23 Prozent steigen. Zum gleichen Zeitpunkt wird es sieben Prozent über 80-Jährige geben (2011 vier Prozent), nämlich 270.000. Somit wird fast ein Drittel aller Berliner älter als 65 Jahre alt sein.

Pflegebedürftige Da verwundert es kaum, dass mit dem Anstieg des Durchschnittsalters zugleich auch der Anteil der Pflegebedürftigen wächst: von drei auf fünf Prozent der Bevölkerung bzw. von 108.000 auf 170.000. Personell stellt dieser Zuwachs die Pflegeeinrichtungen vor eine riesige Herausforderung. Nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2012 für den Themenreport „Pflege 2030 – Was ist zu erwarten – was ist zu tun?“ fehlen 2030 in Berlin insgesamt 20.000 Kräfte in der Altenpflege, davon 11.000 stationär und 9000 ambulant.