Wirtschaft

Deutsche Firmen leiden unter Konflikt mit Russland

Der Handelskrieg mit Russland hinterlässt Spuren in den Bilanzen deutscher Firmen.

Das Wehklagen zieht sich durch alle Branchen: Die Autobauer leiden ebenso unter der nachlassenden Nachfrage in dem riesigen Schwellenland wie Adidas, Henkel oder der Arzneimittelhersteller Stada. Hightech-Firmen haben Probleme bei der Ausfuhr von Gütern, Fraport sorgt sich um seinen Flughafen in St. Petersburg, die HHLA um ihren Hafen in Odessa. Und die Zahl der Unternehmen, die ihre Prognosen wegen der Ukraine-Krise senkt, nimmt von Woche zu Woche zu. „Bei einer Ausweitung der Kampfhandlungen und einer weiteren Verschärfung von Sanktionen und Gegensanktionen könnte es zu massiven Einbußen für die deutsche Wirtschaft kommen. Denn dann würden weitere Branchen und ein deutlich größerer Kreis von Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen“, warnt Thomas Harms von der Beratungsgesellschaft E&Y.

Im Frühjahr schrumpfte die deutsche Wirtschaft erstmals seit gut einem Jahr – nicht nur wegen des Konflikts mit Russland, sondern vor allem wegen der anhaltenden Schwäche wichtiger Partnerländer wie Frankreich und Italien, wie Experten betonten. Doch die Ukraine-Krise spitzte sich erst Juli zu, als die EU nach dem mutmaßlichen Abschuss einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland verschärfte. Kurz darauf antwortete Moskau mit Gegensanktionen, vor allem für Lebensmittel. Die Auswirkungen werden die deutschen Unternehmen also vor allem im zweiten Halbjahr zu spüren bekommen.

Berliner Exportwirtschaft

Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) hat am Freitag mit der Berliner Exportwirtschaft über die Auswirkungen der russischen Wirtschaftssanktionen diskutiert. „Russland ist für die Berliner Wirtschaft mit einem Ausfuhrvolumen von 773 Millionen Euro in 2013 einer der wichtigsten Exportmärkte“, erklärte Yzer. „Bereits zwischen Januar und Mai 2014 ist das Exportvolumen mit Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 38,5 Prozent zurückgegangen. Die Gesprächsrunde hat ergeben, dass von den aktuellen Sanktionen und Einfuhrbeschränkungen Berliner Unternehmen nicht betroffen sind“, sagte die Wirtschaftssenatorin.