Personalien

Die Karrieren der anderen

Nachdem Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder die Bundestagswahl im November 2005 verloren hatte, legte er sein Bundestagsmandat nieder und gab Anfang Dezember 2005 seinen Wechsel zur Nord-Stream AG bekannt. Die Firma gehört mehrheitlich zum russischen Konzern Gazprom und war mit dem Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee beauftragt. Schon als Bundeskanzler hatte Schröder das Projekt gefördert, an dem er nach seinem Wechsel als Aufsichtsratsvorsitzender mitwirkte.

Joschka Fischer trat durch Vorträge für die Investmentbanken Goldman Sachs und Barclays in Erscheinung, nachdem er seine Ämter als Außenminister und Vize-Kanzler im Zuge der Bundestagswahl im November 2005 verloren hatte. Im Sommer 2006 zog er sich komplett aus dem Bundestag zurück. Drei Jahre später unterzeichnete Fischer einen Vertrag mit der Firma RWE, um sie beim inzwischen gescheiterten Bau der Nabucco-Pipeline zu beraten – und wurde somit zum direkten Konkurrenten von Gerhard Schröder.

Friedrich Merz zog sich bis 2004 aus dem Fraktionsvorsitz der CDU/CSU-Fraktion zurück und gab sein Bundestagsmandat 2007 ab. Er ist nun nur noch als Rechtsanwalt tätig und war unter anderem damit beauftragt, private Investoren für die WestLB zu finden. Außerdem war er als Aufsichtsratschef bei der AXA Konzern AG, der IVG Immobilien sowie im Verwaltungsrat der BASF Antwerpen und der Commerzbank und anderen Unternehmen beschäftigt.

Wenige Monate nach seinem Ausscheiden als Bundesminister für Arbeit und Soziales im November 2005 nahm Wolfgang Clement im Februar 2006 seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der RWE Power AG an, er ist dort neutrales Mitglied. Seine zeitweise Tätigkeit bei der Zeitarbeitsfirma DIS sowie danach bei Adecco rief große Kritik hervor, da er in seiner Regierungstätigkeit maßgeblich an der Liberalisierung der Leiharbeit beteiligt war.

Nach Tätigkeiten für RWE und VEBA sowie als selbstständiger Industrieberater übte Werner Müller zwischen 1998 und 2002 das Amt des Ministers für Wirtschaft und Technologie sowie kurzzeitig das Amt des Minister der Finanzen aus. 2003 wechselte er in den Vorstand der Ruhrkohle AG, die später als Evonik Industries teilweise ausgegliedert wurde. Dort sitzt er nun im Aufsichtsrat.