Nahost-Konflikt

Die Kämpfe gehen weiter

Blutige Gefechte im Gazastreifen. Haifa-Spiel in Österreich verlegt

Ungeachtet der US-Bemühungen für eine zumindest befristete Waffenruhe im Gazastreifen geht dort der blutige Schlagabtausch zwischen Israel und der Hamas mit unverminderter Härte weiter. Die Zahl der Toten im Gazastreifen stieg am Freitag auf 832. Auf israelischer Seite starben mindestens 33 Soldaten und drei Zivilisten. Militante Palästinenser feuerten erneut Raketen auf den Großraum Tel Aviv ab. In der Küstenstadt Aschkelon wurde ein Haus getroffen.

Die israelische Regierung hat am Freitagabend den Plan von US-Außenminister John Kerry für eine rasche Feuerpause mit der Hamas abgelehnt. Diese Entscheidung war einstimmig vom Sicherheitskabinett getroffen worden. Zumindest einer zwölfstündigen Feuerpause wollte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aber laut Medienberichten zustimmen. Sie soll heute um sieben Uhr Ortszeit beginnen. Zuvor hatte Netanjahu keine Bereitschaft erkennen lassen, die Angriffe einzustellen. Israelische Medien berichteten, die Armee bereite sich auf eine „echte Ausweitung“ der Offensive vor. Allerdings solle diese Ausweitung nur erfolgen, wenn die Hamas die mehrtägige Feuerpause ablehne. Nun kommt die Ablehnung von Israel.

Zuvor hatte auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon eine nicht an Bedingungen geknüpfte humanitäre Waffenruhe gefordert. Palästinensischen Medienberichten zufolge prüften die militanten Palästinenser in Gaza den Vorschlag der USA, reagierten aber zunächst offiziell nicht darauf. Nach Kerrys – von der israelischen Regierung abgelehnten – Plan sollten eigentlich mit der Einstellung der Kämpfe von Sonntag an unter ägyptischer Vermittlung Gespräche über eine längerfristige Friedenslösung aufgenommen werden, wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu traf am Freitag in Katar ein, um Hamas-Exilchef Chaled Maschaal zu treffen. Katar und die Türkei gelten als letzte Verbündete der Hamas. Die libanesische Hisbollah-Miliz hat der Hamas derweil Unterstützung zugesichert. Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah warnte Israel in einer Stellungnahme, es wäre „Selbstmord“, die Offensive im Gazastreifen fortzusetzen.

Nach den Übergriffen auf Spieler des israelischen Clubs Maccabi Haifa in Österreich ist das Spiel gegen den SC Paderborn am Sonnabend verlegt worden. Statt wie geplant in Wörgl (Tirol) werde die Begegnung zwischen Paderborn und Haifa in Leogang (Bundesland Salzburg) stattfinden, erklärte Paderborn-Sprecher Matthias Hack am Freitag. Zuvor hatte ein Vertreter der Gemeinde Wörgl erklärt, der kleine Ort könne die Lage nicht bewältigen, sollte es zu Ausschreitungen kommen. Für das Testspiel während des Trainingslagers des SC Paderborn in Österreich gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen, teilte der Verein mit.