Extremismus

Angriff auf Fußballer aus Israel

Das Freundschaftsspiel zwischen OSC Lille und Maccabi Haifa endet mit Hass-Attacken

Das Testspiel zwischen dem israelischen Fußballklub Maccabi Haifa und dem OSC Lille, das am Mittwochabend im österreichischen Bischofshofen ausgetragen wurde, fand zunächst nur wenig Beachtung. Als sich der anfangs starke Regen legte, versammelten sich jedoch immer mehr Zuschauer um das Spielfeld. Kurz vor Spielende kam es zu den Szenen, die nun auch international für Aufsehen sorgen.

In der 85. Spielminute stürmte eine Gruppe von etwa 20 Männern zwischen 20 und 25 Jahren das Feld – größtenteils türkischstämmige Österreicher aus der Gegend um Bischofshofen, wie ein Sprecher der Landespolizeidirektion Salzburg bestätigte. Sie hätten neben türkischen und palästinensischen Flaggen auch Transparente dabeigehabt, auf denen Parolen wie „Free Palestine“ und „Fuck Israel“ zu lesen waren, und T-Shirts mit der Aufschrift „Ich bleib Ghetto“ getragen. Die Aktion habe „in gewisser Weise organisiert“ gewirkt, hieß es. Ob eine konkrete Organisation dahinterstecke, lasse sich noch nicht sagen.

Angesichts des Zusammenhangs mit dem Nahostkonflikt hat das Landesamt für Verfassungsschutz die Ermittlungen übernommen. Die Angreifer werden vernommen. Es geht um die Tatbestände Ordnungsstörung und versuchte Körperverletzung, ob noch weitere dazukommen, soll der Verfassungsschutz klären. Nach Angaben des Fußballklubs Maccabi Haifa wurden mehrere Spieler tätlich angegriffen und das Team mit Gegenständen beworfen – laut Augenzeugen mit Wasserflaschen aus Plastik. Auf Fotos ist zu sehen, dass einige israelische Spieler sich das nicht haben gefallen lassen. Der Salzburger Polizei zufolge wurde niemand verletzt. Zumindest einer der Randalierer soll aber bewaffnet gewesen sein. „Einer zückte ein Messer“, zitiert die Zeitung „Österreich“ den Präsidenten von Maccabi Haifa, Itamar Chizik. „Unsere Spieler wehrten sich.“ Jetzt würden sie „Frieden und Ruhe“ wollen, „aber eines ist auch klar: Wir sind stolz auf Israel“. Der Präsident erinnerte auch daran, dass in seiner Mannschaft Muslime, Juden, Christen und Drusen gemeinsam spielten und Gewalt beim Fußball nichts zu suchen habe. „Wir haben Hunderte von muslimischen Spielern“, sagte er dem Sportjournalisten Chris Murphy. „Wir vermischen Sport und Politik nie und sind auch stolz darauf.“

Die Mannschaft hält sich in einem Hotel im knapp 50 Kilometer entfernten Leogang auf. „Wir fühlen uns hier sehr gut“, zitiert die Zeitung „Österreich“ den Maccabi-Präsidenten. „Und wir werden weiterspielen.“ Das für Sonnabend vorgesehene Spiel gegen den FC Paderborn in Wörgl (Tirol) soll wie geplant stattfinden, das bestätigte auch der Organisator der Testspiele, Hannes Empl von der Agentur SLFC. Doch es gelten schärfere Sicherheitsvorkehrungen. Paderborner Fans sollten ihren Ausweis mitbringen.

Die Polizei ist offenbar von den Ausschreitungen überrascht worden. Es seien zwar Beamte vor Ort gewesen, sagte ihr Sprecher, sie hätten aber Verstärkung anfordern müssen.