Boko Haram

Extremisten sprengen nächste Brücke in Nigeria

Terroristen-Führer brüstet sich mit jüngsten Anschlägen

Mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram haben im Nordosten Nigerias die Brücke einer Schnellstraße gesprengt. Damit wurde der Zugang zu der Gegend, in der die im April verschleppten Schulmädchen vermutet werden, weiter erschwert. Augenzeugen und der Anführer einer Miliz, die gegen Boko Haram kämpft, bestätigten am Montag, dass die Brücke eingestürzt sei. Sie befindet sich auf dem Weg zwischen Maiduguri und Biu, wie Abbas Gava von der Nigerianischen Bürgerwehr erklärte. Es sei nun unmöglich, mit Fahrzeugen von der einen auf die andere Seite zu gelangen. Innerhalb der vergangenen Monate ist es bereits die vierte Brücke in der Region, die zerstört wurde.

Bei einem Anschlag auf ein Dorf im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias haben schwer bewaffnete Angreifer zudem am Montag drei Kirchen, Läden und Wohnhäuser in Brand gesetzt. Die Männer seien bei Sonnenaufgang aus dem nahen Sambisaforst in das Dorf Dille eingedrungen und hätten mit Raketenwerfern und Sprengsätzen angegriffen, berichteten Augenzeugen der nigerianischen Tageszeitung „Vanguard“. Über die Zahl von Opfern war zunächst nichts bekannt. Vermutlich handelt es sich auch bei diesen Attentätern um Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram.

Bekennervideo aufgetaucht

Zudem tauchte ein neues Video auf, in dem sich Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau mit den jüngsten Anschlägen seiner Gruppe brüstet und sich unter anderem zu zwei Explosionen bei einem Öllager in Lagos bekennt, bei denen am 25. Juni mindestens vier Menschen getötet wurden. Die nigerianische Regierung, die die Angriffe der Extremisten oft zu vertuschen versucht, hatte erklärt, dass eine Explosion von einer Gasflasche verursacht worden sei. Lange war spekuliert worden, ob es sich um einen Anschlag oder um einen Unfall handelte.

Mit der neuen Videobotschaft will die Terrorgruppe Boko Haram die Freilassung ihrer inhaftierten Mitglieder erzwingen. Darin heißt es nach Informationen der Online-Zeitung „Premium Times“, die rund 300 entführten Mädchen von Chibok würden nur im Austausch mit inhaftierten Terroristen freigelassen. Dasselbe hatte Boko Haram bereits in einer früheren Videobotschaft gefordert, die im Mai verschiedenen Medien zugespielt worden war. Boko Haram bekannte sich darüber hinaus auch zu dem Anschlag auf das Einkaufszentrum Emab Plaza in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Ende Juni waren dabei im Zentrum der Stadt mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen.

Die Islamistengruppe Boko Haram überzieht Nigeria seit Jahren mit blutiger Gewalt. Allein in diesem Jahr sind durch Anschläge und Angriffe der Terrororganisation mehr als 2000 Menschen ums Leben gekommen.