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Von der Revolte zum jahrelangen Bürgerkrieg

In mehr als drei Jahren hat sich Syrien zu einem Bürgerkriegsland entwickelt. Schätzungen zufolge wurden seit Beginn des Aufstands gegen die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad etwa 162.000 Menschen getötet, Millionen sind auf der Flucht vor den Auseinandersetzungen. Eine Chronologie:

2011

15. und 16. März In der Hauptstadt Damaskus fordern Demonstranten ein „Syrien ohne Tyrannei“, auch im südlichen Daraa gehen Regierungsgegner auf die Straße. Die Kundgebungen werden von Sicherheitskräften unterdrückt.

23. März Bei der Niederschlagung von Demonstrationen in Daraa werden etwa 100 Menschen getötet. Die Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad weiten sich auf das ganze Land aus.

30. Juli Gründung der Freien Syrischen Armee (FSA), die sich aus Zivilisten und Deserteuren der Regierungstruppen zusammensetzt.

18. August US-Präsident Barack Obama und die Europäische Union fordern Präsident Assad zum Rücktritt auf und verschärfen die Sanktionen gegen die syrische Regierung.

4. Oktober Russland und China legen im UN-Sicherheitsrat ihr Veto gegen einen europäischen Resolutionsentwurf gegen Syrien ein. Bis Mai 2014 blockieren die beiden Länder im Sicherheitsrat insgesamt drei weitere vom Westen vorgelegte Resolutionsentwürfe zum Syrien-Konflikt.

2012

1. MärzDie syrische Armee erlangt nach schweren Gefechten wieder die vollständige Kontrolle über das umkämpfte Viertel Baba Amr in der Oppositionshochburg Homs.

30. JuniIn Genf fordern die Außenminister der fünf UN-Vetomächte und mehrerer arabischer Staaten die Bildung einer Übergangsregierung. Das Abkommen tritt aber nie in Kraft.

18. JuliDie FSA erobert Teile der Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden Syriens. Große Teile der historischen Altstadt werden schwer zerstört.

11. November Verschiedene Oppositionsgruppen schließen sich zur Nationalen Koalition zusammen.

2013

14. Februar Bewaffnete Aufständische in Syrien töten einen Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde. Teheran ist einer der letzten Verbündeten Syriens und unterstützt die Regierung.

5. Juni Die syrische Armee und Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz können die Rebellen wieder aus der strategisch wichtigen Provinzstadt Kusseir im Grenzgebiet zum Libanon vertreiben.

21. August Bei einem Angriff mit dem Nervengas Sarin nahe Damaskus werden unbestätigten Informationen zufolge Hunderte Menschen getötet. Der Westen macht die syrische Armee dafür verantwortlich. Die Regierung streitet den Einsatz des geächteten Kampfgases ab. Wer das Gas tatsächlich eingesetzt hat, ist nicht zweifelsfrei zu ermitteln. Die USA drohen Damaskus mit einem Militäreinsatz. Assad stimmt auf Vermittlung Russlands der Vernichtung des kompletten syrischen Giftgasarsenals zu. Auch die Bundeswehr beteiligt sich mit der Fregatte „Augsburg“ an der Vernichtung der syrischen Chemiewaffen. Zusammen mit mehreren Kriegsschiffen anderer Länder und einem U-Boot schützen rund 300 deutsche Soldaten die Abrüstungsaktion.

2014

3. Januar Mehrere syrische Rebellengruppen starten eine Offensive gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL). Deren Kämpfer waren bei den anderen Aufständischen zunächst willkommen, inzwischen werfen Rebellen ihnen aber vor, in den Gebieten unter ihrer Kontrolle ein Regime des Terrors zu errichten.

22. Januar Vertreter der syrischen Staatsführung und der Opposition kommen in Genf zu einer Friedenskonferenz unter UN-Vermittlung zusammen. Die Gespräche werden auf Februar vertagt und schließlich ohne konkrete Ergebnisse beendet.

9. Mai Syrische Regierungstruppen übernehmen erstmals seit mehr als zwei Jahren die Kontrolle über die Altstadt der einstigen Rebellenhochburg Homs.

13. Mai Nach zwei Jahren zähen diplomatischen Ringens erklärt der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi seinen Rücktritt.

22. Mai Die syrische Armee durchbricht nach mehr als einem Jahr die Belagerung des Gefängnisses von Aleppo und kappt so eine wichtige Nachschubroute für die Rebellen.