Gameboy

Das Bad und die Unterwasserwelten

Heute liegt mein Gameboy im Bad und erfreut regelmäßig Gäste, die sich dort länger aufhalten.

Gekauft habe ich ihn als 13-Jährige – für 99 Mark. Zwei Monatstaschengelder sind dafür draufgegangen, aber er war auch einfach zu schön. Schmaler als der erste, ganz in dunkelblau, ein Gameboy Pocket. Allerdings noch ohne Farbdisplay. Bevor ich selbst dem Gameboyfieber erlag, konnte ich den Zauber dieser kleinen Computerwelt gar nicht ermessen. In der Grundschule war eines meiner Lieblingsspiele, mich an die über einen einzigen Gameboy gebeugte Jungsgruppe anzuschleichen und mit einem blitzschnellen Griff den Ausschalter zu betätigen. Da gab es teilweise Tränen. Das verstand ich erst, als ich selbst eine dieser kleinen Konsolen besaß. Die Wut und Verzweiflung beim Anblick des „Game over“ war einfach nicht in Worte zu fassen und stieg mit jedem Level, das schon erreicht wurde. Mein erstes Spiel war natürlich „Super Mario Land“, aber bis zum Ende bin ich nie gekommen. Eigentlich nur selten über die Unterwasserwelt in Level 6. Gegen diese fiesen, spuckenden Seepferdchen kam ich einfach nicht an. Vor zwei Jahren schenkte mir eine Freundin ein Tetris-Spiel, das sie auf dem Flohmarkt erstanden hatte. Seitdem nutzt sie häufiger mein Bad.