Gameboy

Der Kasten und das ewige Spiel

Es gibt wenige Dinge aus meiner Kindheit, die es aus den Kisten im Keller meiner Eltern hinaus und wieder hinein in meine Wohnung geschafft haben.

Der Gameboy gehört dazu. Der graue Kasten. Die beiden tiefroten Tasten. Das schwarze Steuerkreuz. Ein Gegenstand, der mich – so komisch das klingen mag – an etwas Friedliches erinnert. Im Konfirmandenunterricht habe ich ihn damals meiner Sitznachbarin abgekauft. Während der Pfarrer uns Geschichten aus dem Neuen Testament vortrug, habe ich unter dem Tisch „Tetris“ – ohne Ton, versteht sich – gespielt: Die Steinchen, die von oben in das Spielfeld fallen, so gedreht und so verschoben, dass sie am unteren Rand möglichst lückenlose Reihen bilden, vollständig verschwinden und wieder Platz machen für neue Steinchen, die wieder von oben herunterfallen und wieder gedreht und wieder verschoben werden müssen. Es ist ein ewiges, ein beinahe gebetsmühlenartiges Spiel. Und für mich irgendwie auch Meditation.