Nachfolger

Adidas-Chef soll es bei Bayern richten

Herbert Hainer Chef des Aufsichtsrates, Karl Hopfner wird Präsident

Nach dem Rückzug von Uli Hoeneß von allen Ämtern beim FC Bayern muss der deutsche Fußball-Rekordmeister ein Machtvakuum in der Führungsspitze füllen. Die erste Entscheidung wurde nicht einmal drei Stunden nach Hoeneß’ Rücktritt verkündet: Adidas-Chef Herbert Hainer übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat der FC Bayern AG. Dieser Beschluss sei einstimmig vom Aufsichtsrat gefasst worden. Das Gremium nahm den Rücktritt von Hoeneß „mit Respekt und größter Hochachtung“ zur Kenntnis.

Karl Hopfner soll neuer Präsident des Klubs werden. Darauf einigte sich der Verwaltungsbeirat, der den bisherigen ersten Vizepräsidenten den Mitgliedern für die außerordentliche Mitgliederversammlung am 2. Mai vorschlägt. Das teilte der FC Bayern am Freitagabend mit. Gemäß dem Verwaltungsbeirat soll Rudolf Schels zum ersten Vizepräsidenten aufrücken, den frei werdenden Posten im Präsidium soll der bisherige Ehrenwart Dieter Maier einnehmen. „Wir sind überzeugt, dass mit den vorgeschlagenen Herren die Geschlossenheit des FC Bayern München e.V. und die Kontinuität in der Führung des Clubs gewährleistet ist“, sagte Edmund Stoiber als Vorsitzender des Verwaltungsbeirates.

„Uli Hoeneß hat mit seinen Führungsqualitäten, seinem hohen persönlichen Einsatz und seiner herausragenden Lebensleistung immer dem Wohle des FC Bayern München gedient“, erklärte Hainer. „Er ist wesentlich mit dafür verantwortlich, dass der FC Bayern München zu einem der sportlich und wirtschaftlich erfolgreichsten und attraktivsten Vereine der Welt geworden ist. Dafür gilt ihm unser ganzer Dank.“

Der 59 Jahre alte Hainer steht seit nun mehr 13 Jahren an der Spitze von Adidas. Er hatte bisher schon dem Aufsichtsrat des Vereins angehört. Adidas ist neben Audi und dem Versicherungskonzern Allianz Investor des Klubs. Auch wenn der Adidas-Aufsichtsrat Hainers Vertrag Anfang März nur um zwei Jahre verlängert hat – der Manager ist an der Spitze unumstritten. Seit seiner Ernennung zum Vorstandschef im Jahr 2001 hat sich der Unternehmenswert mehr als verfünffacht. Adidas mit weltweit mehr als 46.000 Mitarbeitern erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von rund 14,6 Milliarden Euro.