Internationaler Frauentag

Drei Frauen für alle

Maxie Matthiessen hilft mit Firma „Ruby Cup“ Mädchen in Kenia

Weltfrauentag? Zu diesem Tag, der seit fast 100 Jahren am 8. März begangen wird, fällt Maxie Matthiessen so einiges ein: „Mit ihm fördern wir die Solidarität zwischen Frauen, wir bauen Brücken, wollen Frauen stärken und unterstützen.“ Maxie Matthiessen ist eine von drei Berlinerinnen, die dieses Anliegen nicht nur am 8. März verfolgen, sondern eigentlich jeden Tag.

Ein ganzes Unternehmen hat sie mit diesem Anspruch aufgebaut. „Ruby Cup“ heißt das Produkt, das das Start-up herstellt. Ruby Cups sind kleine weiche Trichter aus medizinischem Silikon, die Frauen als Ersatz für Tampons oder Binden während der Menstruation verwenden können. Die Menstruationstasse ist nicht neu, aber hierzulande kaum bekannt. „Dabei ist sie doch viel billiger, nachhaltiger und gesünder“, sagt Maxie Matthiessen. Dabei hält sie einen kleinen cremefarbenen Beutel mit pinkfarbener Satinschleife und einer Rubin-Abbildung in die Höhe, in dem die Silikontasse verpackt wird. Der Rubin ist ihr wichtig, er wirke edel, führe den Ruby Cup und gleich das ganze Thema heraus aus der Tabu- und Schamzone.

Wenn es nach Maxie Matthiessen ginge, dann würden Frauen bald auf der ganzen Welt Menstruationstassen benutzen und damit eine Menge Geld und Müll sparen. „Etwa 12.000 Tampons benutzt eine Frau in ihrem Leben“, erklärt sie, in der gleichen Zeit würde sie nur etwa vier Tassen verbrauchen, weil diese eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren haben. Aber die Deutschdänin denkt nicht nur an Ökologie und Nachhaltigkeit, sondern auch an Mädchen in Afrika. Die Ruby Cups sollen ihnen zu mehr Bildung verhelfen. „Binden und Tampons kann sich in Entwicklungsländern niemand leisten“, erzählt die 29-jährige Jungunternehmerin. Frauen behelfen sich mit Baumrinden, getrockneten Erdschollen oder alten Textilien.

Eine unsichere Methode. Daher bleiben die Mädchen aus Scham häufig der Schule fern, wenn sie ihre Regel haben. „Etwa 20 Prozent Schulzeit fehlt ihnen“, haben Matthiessens Recherchen ergeben. Ein Zustand, den sie nicht hinnehmen will und mit ihrem Unternehmen ändern will. „Ruby Cup“ ist Social Business, ein Wirtschaftsunternehmen mit sozialem Anspruch. Oder wie Maxie Matthiessen erklärt: „Wir wollen die Welt verändern durch wirtschaftliche Lösungen.“ Wer einen Ruby Cup für 27,95 Euro kauft, finanziert einen für ein Mädchen in Kenia.

Die Idee zu Ruby Cup kam Maxie Mathiessen während ihres Studiums an der Business School in Kopenhagen. Für ihre Abschlussarbeit erstellte sie zusammen mit zwei Kommilitoninnen, Veronica D’Souza und Julie Weigaard Kjaer, einen Businessplan, der nicht nur einen Preis erhielt, sondern für den sie auch ein Startkapital erhielten, um eine eigene Firma zu gründen. So gründeten die drei Ruby Cup zunächst in Kopenhagen. Schon bald zogen sie jedoch nach Nairobi, um vor Ort die Menstruationstassen zu vertreiben. Doch das Geschäft lief nicht. Die Mädchen und Frauen waren zwar begeistert, aber sie konnten sich die Cups nicht leisten, obwohl sie in Kenia unter dem Produktwert verkauft wurden. Den drei Gründerinnen wurde klar: Sie müssen Frauen in Europa von den Menstruationstassen überzeugen und sie dort verkaufen, um dann mit den Einnahmen die Ruby Cups auch kostenlos in Afrika verteilen zu können. Ihre Vision: „Wir wollen bis 2020 einer Million Mädchen in Kenia geholfen haben“. Während ihre Mitstreiterinnen in Nairobi blieben, kam Maxie Matthiessen 2013 nach Berlin und zog ins Social Impact Lab in Berlin am Mariannenplatz, einem Gründerzentrum, das Start-ups mit sozialem Engagement fördert. Von dort treibt sie den Verkauf der Ruby Cups in Deutschland voran. „Das erfordert viel Überzeugungsarbeit“, sagt sie.