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Russia Today gegen den Kreml

Staatsfernsehen Es sind heftige Sätze, und sie spricht mit Wut im Bauch. Abby Martin, 29, Moderatorin bei Russia Today (RT), des vom Kreml finanzierten englischsprachigen Nachrichtensenders, sagt am Ende ihrer Sendung: „Nur weil ich hier bei RT arbeite, bedeutet das nicht, dass ich keine journalistische Unabhängigkeit hätte.“ Und dann kommt es: „Was Russland getan hat, ist falsch.“ Militärische Interventionen seien niemals eine Lösung, so die US-Amerikanerin. „Ich werde nicht hier sitzen und eine militärische Aggression entschuldigen oder verteidigen.“ Die Verlierer dieser Krise seien die Menschen in der Ukraine. Russland spiele ein machtpolitisches Schachspiel.

Intervention Russlands Präsident Wladimir Putin, der Russia Today letztlich finanziert, dürfte nicht erfreut sein über diesen Auftritt. Der Sender hatte bisher stets betont, die russische Intervention sei auf Wunsch der Bevölkerung in der Ukraine geschehen. Die Mitglieder der neuen Regierung in Kiew bezeichnete der Sender als Neonazis.