Umsatzsteigerung

Deutsche geben 7,55 Milliarden Euro für Bioprodukte aus

Der Bio-Markt in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf 7,55 Milliarden Euro gewachsen.

„Die Nachfrage der Verbraucher nach Bio-Lebensmitteln wächst stetig. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, sagte der Geschäftsführer des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Stefan Zwoll, vor dem Beginn der Öko-Messe Biofach in Nürnberg. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und Bio-Getränken stieg nach Berechnungen des Arbeitskreises Biomarkt 2013 um 7,2 Prozent.

Einen Umsatzrückgang verzeichnete die Biobranche demnach bei Fleisch und Eiern, während immer mehr Menschen bei Getreideprodukten oder Milch zu Bioware griffen. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche wuchs im vergangenen Jahr um ein Prozent auf knapp 1,05 Millionen Hektar. Die Zahl der Bio-Betriebe legte um zwei Prozent auf 23.484 Betriebe zu.

In den Bioläden kaufen zudem zunehmend junge Menschen mit wenig Geld ein. „Wir stellen fest, dass die unter 30-Jährigen verstärkt zu Bio greifen“, sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbands Naturkost Naturwaren, Elke Röder. „Ein Großteil dieser Haushalte haben ein Budget von unter 1000 Euro. Das sind die klassischen Studentenhaushalte, die Leute, die gerade einsteigen ins Berufsleben und noch vor der Familiengründung stehen.“ Viele davon seien offen für eine vegetarische Ernährung und kombinierten diese mit Bioprodukten.

Branche fordert Geld vom Staat

Die Bio-Branche fordert von der Politik finanzielle Anreize und Rechtssicherheit für Öko-Produzenten sowie eine klare Absage an Gentechnik. „Wir fordern Bundesminister (Hans-Peter) Friedrich und seine Kollegen in den Bundesländern auf: Gestalten Sie die Rahmenbedingungen so, dass sich mehr Bauern auf den Weg zum ökologischen Landbau machen“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft.

Die Programme zur Förderung des Öko-Landbaus müssten so ausgestaltet werden, dass für herkömmlich wirtschaftende Bauern ein echter Anreiz zum Umsteigen entstehe, sagte zu Löwenstein. Mit Blick auf die anstehende Überarbeitung der EU-Ökoverordnung warnte er davor, das erst vor wenigen Jahren neu erstellte Rechtssystem erneut grundlegend zu verändern. „Das würde eine erhebliche Unsicherheit verursachen.“ Die Bauern bräuchten verlässliche Regeln für ihre Planungen, sagte zu Löwenstein.