Finanzaffäre

Prominente Deutsche im Visier der Steuerfahnder

Alice Schwarzer Die Frauenrechtlerin soll, wie jetzt bekannt wurde, über viele Jahre eine erhebliche Geldsumme in der Schweiz angelegt und die Zinsen nicht in Deutschland versteuert haben. Nach eigenen Worten hat Schwarzer rund 200.000 Euro an die deutschen Finanzbehörden nachbezahlt. „Ja, ich hatte ein Konto in der Schweiz. Seit Jahrzehnten, genauer: seit den 80er-Jahren. Und erst im vergangenen Jahr habe ich es bei meinem Finanzamt angezeigt“, schrieb sie in ihrem Blog. Sie habe unaufgefordert die Initiative ergriffen, um das Konto in der Schweiz zu legalisieren.

Artur Brauner Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt derzeit gegen den Berliner Filmproduzenten. Sein Name war offenbar auf einer Schweizer Steuer-CD aufgetaucht. Es soll um unversteuertes Vermögen im „hohen zweistelligen Millionenbereich“ gehen. Der 95-Jährige wies die Darstellung zurück. Einem Guthaben über mehrere Millionen Euro stünden Verbindlichkeiten bei der Bank in gleicher Höhe gegenüber. Zudem sei „alles versteuert von A bis Z“.

Theo Sommer Der frühere „Zeit“-Herausgeber wurde im Januar dieses Jahres als Steuerhinterzieher verurteilt. Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten setzte das Amtsgericht Hamburg zur Bewährung aus. Außerdem muss der Publizist eine Geldbuße von 20.000 Euro zahlen – in einen Förderfonds für Wissenschaft, Bildung und Kunst. Laut Anklage hatte der 83-Jährige zwischen 2005 und 2011 Steuern in Höhe von 649.000 Euro nicht bezahlt, die aus Einkommen aus freiberuflicher Nebentätigkeit fällig geworden wären.

Uli Hoeneß Am 10. März beginnt der Prozess gegen den Präsidenten des FC Bayern vor dem Landgericht München. Hoeneß soll über ein Konto in der Schweiz insgesamt 3,2 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Er ist in insgesamt sieben Fällen angeklagt. Hoeneß hatte eine Selbstanzeige zwar Anfang 2013 bei dem für ihn zuständigen Finanzamt Rosenheim eingereicht. Die Staatsanwaltschaft betrachtet diese Anzeige aber als unwirksam und klagte Hoeneß deshalb an. Im Fall einer Verurteilung droht dem 62-Jährigen eine Haftstrafe.

Verona Pooth Im Oktober 2010 zahlte die Moderatorin eine Geldauflage in Höhe von 30.000 Euro an die SOS-Kinderdörfer. Im Gegenzug stellt die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung ein. Der Moderatorin war vorgeworfen worden, dem Finanzamt Gewinne aus Geldgeschäften verschwiegen und Provisionszahlungen unzulässig als Betriebsausgaben abgesetzt zu haben. Diese Vorwürfe erwiesen sich als haltlos. Zuletzt ging es um Spekulationsgewinne in Höhe von 60.000 Euro, die Verona in ihrer Steuererklärung nicht angegeben hatte.

Klaus Zuminkel Der Ex-Post-Chef wurde am 26. Januar 2009 vom Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Zugleich ordnete das Gericht die Zahlung von einer Million Euro an: 800.000 Euro an die Staatskasse und 200.000 Euro an gemeinnützige Organisationen. Zumwinkel hatte gestanden, über eine Stiftung in Liechtenstein Steuern in Höhe von knapp 970.000 Euro hinterzogen zu haben. Zumwinkel hatte sich 2009 nach Morddrohungen gegen ihn aus Deutschland zurückgezogen.