Info

Wechselvolle Geschichte

Domschatz Die Geschichte des Welfenschatzes beginnt um 1030, als Gräfin Gertrud die Ältere von Braunschweig dem Vorgängerbau des heutigen Braunschweiger Domes mehrere wertvolle Ausstattungsgegenstände stiftete. Bis zum 15. Jahrhundert wuchs der Domschatz durch Vermächtnisse auf weit mehr als über hundert Gegenstände, meist Goldschmiede-Arbeiten, darunter ein Armreliquiar des heiligen Blasius, Reliquienkreuze und -behältnisse, ein Tragaltar, Monstranzen und kunstvoll ausgeschmückte Evangelienbücher (Evangeliare).

Privatbesitz Nachdem die protestantische Stadt Braunschweig 1671 ihre Unabhängigkeit verloren hatte, wurde der Schatz an den zum Katholizismus konvertierten Herzog Johann Friedrich übergeben und in die Schlosskirche Hannover gebracht. Als Preußen das Königreich Hannover 1866 annektierte, ging der Schatz in den Privatbesitz von König Georg V. von Hannover über, der ihn ins Exil nach Österreich mitnahm. Seither ist vom Welfenschatz die Rede.

Berlin Georgs Enkel Herzog Ernst-August von Braunschweig-Lüneburg verkaufte den Schatz aus Geldnot an ein Konsortium von jüdischen Kunsthändlern aus Frankfurt, die wiederum Anfang der 30er-Jahre Teile in die USA veräußerten. 1935 ging der Rest unter anderem an den Staat Preußen, nach 1945 an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.