Zukunft

So verändert Technik in den kommenden Jahren die Welt

Präzision statt Wucht: In der Waffentechnik zeichnet sich ein Wechsel von „Stahl zu Elektronik“ und von „Wucht zu Präzision“ ab.

So rüsten sich die Industriestaaten für einen Krieg durch das Lahmlegen von Computer- und Datennetzen. Damit kann die Wirtschaft und das öffentliche Leben zum Stillstand gebracht werden, ohne dass eine einzige Bombe explodiert. Mit unbemannten Drohnen, die Elektronik statt Sprengstoff an Bord haben, lässt sich die Telekommunikation unterbrechen. Insgesamt hält die Elektronik Einzug in die Militärtechnik. So werden bereits Laserwaffen anstelle von schweren Geschützen zum Abschuss von Drohnen getestet. Durch den Einsatz exakter Navigationstechnik im Zentimeterbereich sind Nadelstichangriffe möglich. Drohnen können praktisch einzelne Zimmer in Häusern treffen. Unbemannte Fahrzeuge und Schiffe erledigen Aufgaben, bei denen kein Menschenleben riskiert wird. Durch Datenverbindungstechnik können Waffen präziser gesteuert werden.

Fracking mit Kaffee: Die Bundesregierung hat quasi untersagt, die Technik des Hydraulic Fracturing oder Fracking bei der Förderung von Erdöl und Erdgas einzusetzen. So heißt es im Koalitionsvertrag: „Den Einsatz umwelttoxischer Substanzen bei der Anwendung der Fracking-Technologie zur Aufsuchung und Gewinnung unkonventioneller Erdgaslagerstätten lehnen wir ab.“ Eigentlich ist in dieser Formulierung gar kein Fracking-Verbot enthalten. Nur der Einsatz „umwelttoxischer Substanzen“ wird abgelehnt. Ist sauberes Fracking möglich? In den USA wird seit Jahren „gefrackt“, insbesondere im Schiefer der gewaltigen Marcellus-Formation im Boden von Pennsylvania. Weil es zu Umweltverschmutzungen kam, arbeiten die Amerikaner an verbesserten Fördertechniken. Ein Bericht des US-Repräsentantenhauses stellte überrascht fest, dass einige Förderer ihrem Frackingwasser „löslichen Kaffee und Walnuss-Schalen“ beimischen. Das Bio-Fracking kommt.

Dilemma mit Gentechnik: Deutschland tut sich schwer mit der Frage, wie viel Gentechnik man zulassen will. Die sogenannte rote Gentechnik, also die Erforschung von Medikamenten, Impfstoffen und Therapien mithilfe gentechnisch veränderter Zellen, leuchtet vielen Bürgern ein. Insulin etwa wird so hergestellt. Deutlich größere Ängste schürt die grüne Gentechnik, bei der es um die Anwendung gentechnisch veränderter Nutzpflanzen geht. Die Mehrheit der Deutschen lehnt das bisher ab. Tatsächlich kann bisher niemand vorhersagen, welche ökonomischen und ökologischen Folgen die grüne Gentechnik haben wird. In Zukunft wird die Welt um eine neue grüne Revolution kaum herumkommen. Der steigende Lebensmittelbedarf, die Suche nach alternativen Energien aus Biomasse, der Wunsch nach einer Ressourcen schonenden Landwirtschaft, die ohne viel Düngemittel und Pestizide auskommt – all das verlangt nach neuen Technologien.