Altersvorsorge

Pfleger-Ausbildung in Berlin bald kostenfrei

Pflegekräfte werden auch in der Hauptstadt gesucht. Der steigenden Zahl an Pflegebedürftigen steht in Berlin seit Jahren ein gravierender Mangel an Pflegern gegenüber.

Der Senat bemüht sich zwar darum, Nachwuchs für Pflegeberufe zu gewinnen. Bisher aber noch nicht mit durchschlagendem Erfolg. Deshalb soll die bislang größtenteils kostenpflichtige Ausbildung für Altenpfleger schon bald kostenfrei werden.

Als weiteren Schwerpunkt seines Ressorts nannte Sozialsenator Mario Czaja (CDU) kürzlich die Verbesserung der Pflege. Geplant ist die zeitige Einführung einer zentralen Beschwerdestelle bei Missständen. Das Personal dafür soll aus Beamten bestehen, die ihre Ausbildung gerade abgeschlossen haben. Die Beschwerdestelle soll bei der Patientenbeauftragten angesiedelt werden. Ermöglicht werde das durch die von SPD und CDU beschlossene Zusammenführung der Gesundheits- und der Sozialverwaltung, sagte Czaja. Die Koalition stellt sich vor, bessere Pflegestandards festzulegen, um die Situation in den Pflegeheimen zu verbessern.

Außerdem kündigte Czaja an, auch bei der privaten Pflege künftig mehr Kontrollen vorzunehmen, um die Lage für die Pflegebedürftigen zu verbessern. Wie andere Bundesländer auch hat Berlin mit der hohen Fluktuation unter den Pflegemitarbeitern zu leiden. Hier will der Senat nach Wegen suchen, den Beruf attraktiver zu machen. Der 36 Jahre alte Senator will darüber hinaus das von Rot-Rot beschlossene Bildungs- und Teilhabegesetz auf den Prüfstand stellen und das Ehrenamt in Berlin stärken. Laut Familienbericht sind in Berlin insgesamt rund 118.000 Menschen pflegebedürftig. In ihre Pflege eingebunden sind rund 170.000 Menschen. Das sind nicht immer direkte Angehörige, sondern auch Nachbarn und Freunde. Rund 55.000 Pflegebedürftige werden laut Pflegeversicherung versorgt. Zusätzlich werden 26.000 Menschen zu Hause von Mitarbeitern der Pflegedienste gepflegt.

Czaja will Pflegebedürftige künftig besser unterbringen. Seine Verwaltung hat deshalb eine „Wohnteilhabe-Bauverordnung“ vorgelegt, die höhere Ansprüche an die Unterbringung stellt als die bislang geltende Heimmindestbauverordnung. Künftig darf es nur noch Einzel- und Doppelzimmer geben. Der Anteil der Bewohnerplätze in Einzelzimmern soll mindestens 60 Prozent betragen.