Gesundheitsreport

Berlin: Ambulante Ärzte weisen Schuld an Wartezeiten zurück

Nach dem Brandbrief der Kinderkliniken spielt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin den Ball zurück.

Die Chefärzte der Berliner Kinderkliniken hatten der Vertretung der niedergelassenen Ärzte vorgeworfen, die Rettungsstellen an den kritischen Tagen des Jahres allein zu lassen. An den Weihnachtstagen 2012 hatte es in den Rettungsstellen Wartezeiten von bis zu elf Stunden gegeben. Die KV-Vorsitzende Angelika Prehn schrieb an die Klinikchefs, der Vorstand bedaure es, dass die Verbesserung der kinderärztlichen Notfallversorgung nicht rechtzeitig zu den Feiertagen abgeschlossen wurde, „insbesondere auch wegen der verzögerten Reaktion der Berliner Kinderkliniken“.

In dem Brief der KV-Vorsitzenden heißt es weiter: Die Kassenärztliche Vereinigung komme ihrem im Sozialgesetzbuch festgelegten „Sicherstellungsauftrag“ zur vertragsärztlichen Versorgung zu den sprechfreien Zeiten durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst nach. Darüber hinaus unterhalte die KV mit vier Kliniken Kooperationsvereinbarungen für kinderärztliche Rettungsstellen. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 030/310031) können Erwachsene anrufen, wenn sie nachts, am Wochenende oder an Feiertagen medizinische Hilfe benötigen.

Für Kinder bietet die KV Berlin im Sana-Klinikum Lichtenberg eine ambulante kinderärztliche Erste-Hilfe-Stelle an, wenn die Kinderarztpraxen geschlossen sind. Außerdem kooperieren die Erste-Hilfe-Stellen der DRK-Kliniken Mitte und Westend sowie das St.-Joseph-Krankenhaus in Tempelhof mit der KV.

Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) teilte mit, sein Haus begleite die Gespräche zwischen KV und Kliniken mit dem Ziel, die Kindernotfallversorgung zu verbessern. Er riet Eltern, bei der KV zu erfragen, welche Kinderarztpraxis geöffnet sei, und im Ernstfall eine der vier Erste-Hilfe-Stellen mit Kinderärzten zu nutzen.