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Firmen sind mit Schulabgängern nicht zufrieden

Besser, aber noch lange nicht gut: 13 Jahre nach dem Pisa-Schock bemerkt die Wirtschaft zwar ein leicht steigendes Niveau der Berufseinsteiger. Doch nur die Schulbildung alleine reicht nicht aus.

Viele Firmen haben ein System der Schule nach der Schule aufgebaut, um die Defizite zu beheben.

Von internationalen Bildungsforschern kamen ermunternde Zahlen. Vor allem die schwachen Schüler in Deutschland schneiden im aktuellen Pisa-Leistungsvergleich deutlich besser ab als noch im Jahr 2000. Deutsche Unternehmen spüren bereits seit einigen Jahren leichte Verbesserungen bei ihren Auszubildenden. Eine Entwarnung ist das nach Ansicht von Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, aber keinesfalls. „Wir dürfen uns mit diesen Ergebnissen nicht zufrieden geben“, sagte Dercks. Besonders die Schulen seien in der Pflicht. „Die Unzufriedenheit der Unternehmen über unzureichende Mathekenntnisse ist mit 45 Prozent immer noch viel zu hoch“, so Dercks. Industrieunternehmen sähen sogar zu 55 Prozent Mängel bei der Mathe-Ausbildungsreife.

Umfragen der Handelskammern zufolge setzen Unternehmen deshalb verstärkt auf Selbsthilfe, um die Defizite ihrer Auszubildenden auszugleichen. Im Jahr 2013 gab etwa jedes fünfte Unternehmen den Jugendlichen Hilfestellung – von ehrenamtlichen Paten, über Nachhilfelehrer bis hin zu ausbildungsbegleitenden Hilfen der Arbeitsagenturen. „Unser Ehrgeiz muss es sein, mit unseren Nachbarländern Schweiz und den Niederlanden gleichzuziehen, die bessere Werte erreichen“, so die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Besonders die Zahl der leistungsschwachen 15-Jährigen in Mathematik sei mit rund 18 Prozent noch immer sehr hoch – in den Niederlanden sind es rund 15, in der Schweiz zwölf Prozent.