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BER-Chronik: Termine platzen, Kosten explodieren

1996 beschließen Berlin und Brandenburg gemeinsam mit dem Bund den Flughafen in Schönefeld. Über genaue Kosten gibt es damals nur ungefähre Schätzungen.

2002 scheitert der Versuch, das Bauvorhaben zu privatisieren. Die Gesellschafter bauen selbst. Zwei Jahre später legt das brandenburgische Infrastrukturministerium den Planfeststellungsbeschluss vor. Die Baukosten werden zunächst mit 1,7 Milliarden Euro angegeben. Der Bau beginnt dann im September 2006, obwohl die Finanzierung noch nicht gesichert ist. Eröffnung soll im Oktober 2011 sein.

Oktober 2007 Das Terminalgebäude muss neu ausgeschrieben werden. Die Baukosten, die private Firmen verlangen, liegen weit über dem angesetzten Etat von 630 Millionen Euro. Klaus Wowereit setzte durch, dass es keinen Generalunternehmer geben soll. Der Flughafen steuert den Terminalbau alleine.

2009, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, muss der Flughafen seinen Milliardenkredit aushandeln. Da kein privater Investor mehr das Projekt finanzieren will, verlangen die Banken Sicherheiten von den Gesellschaftern. Sie müssen selbst einen Anteil von 430 Millionen Euro übernehmen und für den Kredit an die Flughafengesellschaft in Höhe von 2,4 Milliarden Euro bürgen. 500 Millionen steuert der Flughafen selbst bei. Die Gesamtkosten sind bis dahin auf mehr als drei Milliarden Euro gestiegen. Die Politiker wecken die Hoffnung, dass aus öffentlichen Kassen nur ein Bruchteil der Summe fließen muss.

Juni 2010 Es wird klar, dass der Eröffnungstermin am 30. Oktober 2011 nicht zu halten ist. Neuer Termin ist der 3. Juni 2012. Dieser platzt drei Wochen vorher. Jetzt soll es am 17. März 2013 losgehen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sagt, dass der Bau des Terminals mit 1,22 Milliarden Euro doppelt so teuer wird wie geplant.

September 2012 Der 27. Oktober 2013 wird als Eröffnungstermin festgelegt. Die Gesamtkosten liegen bei 4,3 Milliarden Euro. Der Flughafengesellschaft geht das Geld aus. Die Gesellschafter müssen 1,2 Milliarden Euro bereitstellen. Von diesem Geld ist im Oktober 2013 noch eine Milliarde nicht abgerufen, aber möglicherweise verplant. Im Dezember 2012 wird bekannt, dass Nachforderungen der Firmen die Baukosten nochmals um bis zu 250 Millionen Euro steigen lassen. Im Januar 2013 platzt der Oktober-Termin. Die Kosten steigen womöglich auf mehr als fünf Milliarden Euro.