Kindergesundheit

Eltern geben zu wenig Anregung für Spiel und Sport

Nach der sogenannten KiGGS-Studie des Berliner Robert-Koch-Instituts (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) sind 15 rund Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren in Deutschland übergewichtig.

6,3 Prozentpunkte davon sogar krankhaft übergewichtig (fettsüchtig, adipös). „Spitzenreiter“ sind dabei die Elf- bis 13-Jährigen. Gravierende Unterschiede zwischen den Jungen und Mädchen gibt es bei keiner der Altersgruppen. So weit eine Momentaufnahme.

Kinderärzte werfen von Berufs wegen systematisch ein Auge auf die Kinder und ihre Pfunde. Eine Forsa-Umfrage hat die Entwicklung eingefangen. Die Demoskopen fragten nach der Zunahme von Übergewicht in den vergangenen zehn Jahren. Demnach glaubte über die Hälfte (57 Prozent) festzustellen, dass die Zahl der Kinder mit Übergewicht „stark“ zugenommen habe. 39 Prozent fanden, dass ihre Zahl etwas zugenommen hat. Das geht einher mit einer geringeren Beweglichkeit der Kinder. Genau die Hälfte der Kinderärzte fand, dass die motorischen Defizite stark zugenommen haben, 37 Prozent fanden eine geringe Zunahme der Defizite. In ihrem Praxisalltag stellen die Mediziner „besonders häufig“ Koordinationsschwierigkeiten fest (86), fast ebenso oft (jeweils 85) Ausdauerdefizite und mangelnde Beweglichkeit. Viele Kinder haben demnach Schwierigkeiten, die Balance zu halten (72), rückwärts zu laufen (46) und einen Ball zu fangen (42).

Und was führt zu diesen Mängeln? Einig waren sich die befragten Kinderärzte (fast einstimmig) in der Bewertung, dass die Kinder sich zu wenig bewegen beziehungsweise zu wenig Sport machen, sich falsch oder schlecht ernähren, zu wenig motorische Anregung von den Eltern bekommen und zu lange fernsehen oder vor dem Computer sitzen. Immerhin drei Viertel der Pädiater sieht einen niedrigen Bildungs- und Einkommensstatus als Ursache für Gewichtszunahme, und jeder Zweite sagte, der Sportunterricht an den Schulen sei schlecht oder zu gering.