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Piraten-Chef Schlömer verabschiedet sich per Twitter-Nachricht

Piraten-Chef Bernd Schlömer hat nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl seinen Rücktritt angekündigt.

Standesgemäß über den Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er: „Tschüß #Piraten! Das war es für mich. Ich ziehe mich zurück. Vielen Dank für 4 1/2 tolle Jahre im #BuVo.“ Die Piraten hatten Schlömer im April 2012 zum Parteichef gewählt, zuvor gehörte er in verschiedenen Funktionen dem Bundesvorstand (BuVo) an. Die Piraten hatten bei der Bundestagswahl am Sonntag 2,2 Prozent der Stimmen erreicht, etwas mehr als 2009.

Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei war selbst nicht zur Bundestagswahl angetreten. Dennoch erntete er deutliche Kritik und wird von Teilen der Partei für das schlechte Abschneiden bei der Wahl mitverantwortlich gemacht. Der Piraten-Chef gilt in der Partei als gemäßigt und sah sich immer wieder scharfen Angriffen von Teilen der Basis ausgesetzt. Schlömer arbeitet als Regierungsdirektor im Verteidigungsministerium. Den Parteivorsitz nimmt er ehrenamtlich wahr.

In den vergangenen zwei Jahren sind die Piraten nach einem unvergleichlichen Höhenflug abgestürzt. Die Partei zog aus dem Nichts in vier Landesparlamente ein und erreichte in Umfragen zweistellige Ergebnisse. Mittlerweile hat sie jedoch bei mehreren Wahlen deutlich die Fünfprozenthürde verfehlt.

Ende November ist ein Bundesparteitag in Bremen vorgesehen. Dort könnte das höchste Gremium der Piratenpartei komplett neu besetzt werden. Doch die Zukunft der Partei ist ungewiss. Die Wahlniederlage sitzt tief. Manche Piraten wenden sich ab. Andere hingegen sehen nun die Chance, Alleinstellungsmerkmale hervorzuheben und die anderen Parteien wieder vor sich herzutreiben. Nach Informationen der Berliner Morgenpost schließt die ehemalige politische Geschäftsführerin Marina Weisband beim Parteitag in Bremen eine Rückkehr in den Bundesvorstand nicht aus.