Bundestagswahl

Kinder an die Macht

Die Schüler der 2a müssen nicht lange überlegen. Sie sitzen in ihrem Klassenzimmer im ersten Stock der Grundschule am Brandenburger Tor, und ihnen fällt alles sofort ein. Wie sie ihr Leben, unser Land und die Welt verändern würden, wenn sie endlich mal bestimmen könnten, wie es läuft. Wenn sie Bundeskanzler wären.

Ihre Schule ist die einzige Grundschule, die mitten im Berliner Regierungsviertel liegt. Und die Zweitklässler, die über Deutschlands Zukunft nachdenken, sind Kinder der Kanzlerschaft von Angela Merkel. Das älteste von ihnen ist gerade einmal acht Jahre alt, also genauso alt wie die bisherige Amtszeit von Regierungschefin Merkel.

Was die Kanzlerin von der CDU den ganzen Tag über im wenige Hundert Meter entfernten Kanzleramt so treibt, davon haben die Berliner Kinder ihre ganz eigenen Vorstellungen: „Aufpassen, dass nichts passiert“, sagt der siebenjährige David. „Nachdenken für die anderen Länder“, erklärt seine Klassenkameradin Clara. „Schreiben und Zettel ausfüllen“, sagt Lina.

Und wenn sie selber an Merkels Stelle wären – dann würde sich einiges verändern auf diesem Planeten: „Ich würde Weltfrieden herstellen“, kündigt Daniel an. Und Clara würde dafür sorgen, „dass alle Eltern zusammenleben bleiben“. „Dass es nicht mehr regnet“, ist der Plan der siebenjährigen Livia.

Die Grundschüler sind keine Politikerkinder. Aber sie wissen genau, wie es unserem Land noch besser gehen könnte. Ihre Ideen haben sie für die Morgenpost aufgemalt und aufgeschrieben, nicht immer leicht lesbar, aber immer verständlich. Und eine kleine Regierungserklärung per Video haben sie auch abgegeben. Ein ganz besonderes Regierungsprogramm, zusammengestellt von Claudia Kade.