Info

Spektakuläre Rocker-Prozesse

Kokain Im März hatte in Moabit unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen drei Männer aus der Rocker-Szene begonnen. Den Männern wurde bandenmäßig organisierter Drogenhandel vorgeworfen, zwei von ihnen sind Mitglieder der „Bandidos“. Das Trio soll in insgesamt mehr als 500 Fällen Kokain und Marihuana gekauft und dann weiter veräußert haben. Der Hauptangeklagte gestand die Vorwürfe, bestritt aber jeden Zusammenhang mit seiner „Bandidos“-Mitgliedschaft. Er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt.

Versuchter Mord Ebenfalls im März begann vor dem Landgericht Cottbus das Verfahren gegen vier Mitglieder des Klubs „Gremium“ und gegen drei Mitglieder der „Hells Angels". Beiden Gruppen wird versuchter Mord vorgeworfen. Ende 2011 sollen sie sich in Königs Wusterhausen bekriegt haben. Ein „Gremium“-Mitglied wurde niedergestochen, einen 15-Jährigen, der fälschlicherweise für ein Hells-Angels-Mitglied gehalten wurde, stachen die Gremium-Mitglieder als Racheakt nieder. Der Teenager schwebte mehrere Tage in Lebensgefahr.

Kronzeuge Vergangenes Jahr wurden vier Mitglieder eines Unterstützerklubs der Rockergruppe „Bandidos“ vor dem Berliner Landgericht wegen Brandstiftung verurteilt. Drei von ihnen bekamen Bewährungs- und Haftstrafen. Der vierte ging straffrei aus – er hatte gegen seine ehemaligen Komplizen ausgesagt. Es war das erste Mal, dass ein Ex-Rocker in Berlin als Kronzeuge der Anklage fungierte.